Die sprechenden Namen

Florio

Der Name Florio leitet sich vom lateinischen Verb ‚florere‘, das übersetzt ‚blühen‘ bedeutet, ab. Eichendorffs Hauptfigur kann demnach auch als ‚der Blühende‘ oder ‚der voller Blüten‘ bezeichnet werden. Die floralen Konnotationen verweisen auf die Dichterrolle des Namensträgers, denn Blüten oder Blumen konnten Werke der Dichtung bezeichnen. Auch der Held Florio beginnt als durchschnittlich begabter Nachwuchspoet und findet am Ende den Weg zur wahren und aufrichtigen Poesie.

Als ästhetisch-mystisches Symbol war die Blume in der Romantik weitverbreitet. In seinem Roman »Heinrich von Ofterdingen« (1802) prägt der Schriftsteller Novalis das Leitmotiv der „blauen Blume“ als Allegorie für Liebe, Sehnsucht und Glück. Darüber hinaus stellt Novalis eine Verbindung zwischen dem Keimen und Wachsen einer Blume und den Entwicklungsstufen beim Menschen her. 

Auch Eichendorffs Florio, der zu Beginn der Novelle als „junge[ ], blühende Gestalt“ (S. 6) beschrieben wird, ist mit einer aufkeimenden Pflanze vergleichbar. Im Laufe der Handlung wächst der Held gewissermaßen zu voller Blüte heran und aus dem unerfahrenen Jüngling wird ein reifer Mann. 

In der zeitgenössischen Literatur war der Name Florio bereits vereinzelt vertreten. So benannt ist etwa der Flötenspieler und ...

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