Aufbau

Vergleich mit klassischer Dramenstruktur

Der Aufbau des »Marmorbildes« wird häufig mit der Struktur des klassischen Dramas verglichen. Gemeinsamkeiten liegen etwa in der überschaubaren Anzahl der Figuren sowie im Verzicht auf Nebenhandlungen begründet. Ähnlich wie im klassischen Drama konzentriert sich auch Eichendorffs Dramaturgie auf einen zentralen Konflikt. Beschrieben wird die Entwicklung des Protagonisten Florio, der beinahe dem Zauber der Venus zum Opfer fällt. 

Wie im klassischen Drama verläuft auch die Handlung des »Marmorbildes« weitestgehend chronologisch. Die klassische Einheit von Zeit und Ort ist bei Eichendorff jedoch nicht gegeben. Die erzählte Zeit von ca. einer Woche sprengt den Rahmen der aristotelischen Form, die eine Zeitspanne von maximal 12 Stunden fordert. Darüber hinaus werden die Schauplätze des »Marmorbildes« mehrfach gewechselt (vgl. „Kapitelzusammenfassung“).

Nicht zuletzt ist die Novelle in fünf Abschnitte unterteilt und erinnert damit an den fünfaktigen Aufbau des herkömmlichen Dramas. Auf den ersten Blick lassen sich Parallelen zum pyramidalen Dramenaufbau nach Gustav Freytag erkennen, nach dem eine Geschichte über eine Exposition, eine Steigerung, einen Höhe- und Wendepunkt sowie einen Abfall und eine Katastrophe verfügen soll. Der Schluss gestaltet sich bei Eichendorff jedoch anders.

Die Exposition des »Marmorbildes« berichtet von Florios Ankunft in Lu...

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