Familie Mittermeier: Harmonie und Chaos

Schein und Sein

Besonders Frau Mittermeier, aber auch Herr Mittermeier, hegen den Wunsch nach einer Familie, in der alles stimmt. Beide mögen es nicht, wenn ein Familienmitglied in der Öffentlichkeit Aufsehen erregt und sich nicht entsprechend den geltenden gesellschaftlichen Normen und Werten verhält. Sie legen großen Wert darauf, familiäre Probleme nicht außerhalb ihres engsten Familienkreises anzusprechen. Nach außen hin wirkt es also so, als würden die Mittermeiers sowohl öffentlich als auch privat in perfektem Einklang zusammenleben. 

Frau Mittermeier ist schon zu Beginn der Geschichte der Meinung, dass bei ihnen zuhause deshalb nie etwas Aufregendes geschehe, weil sie „ein harmonisches Familienleben haben“ (S.5). Es ist ihr ein großes Anliegen, diesen Anschein aufrechtzuerhalten. Sie sorgt als Hausfrau zum Beispiel dafür, dass ihre Wohnung immer fleckenfrei und tadellos sauber ist. Ihre Wünsche und Vorstellungen projiziert sie auch auf ihre beiden Kinder und stellt große Erwartungen an sie. Sie legt beispielsweise großen Wert darauf, dass ihre Kinder gute Noten in der Schule erzielen, spricht mit ihren Lehrern und nimmt zuhause alles in die Hand. 

Als es zwischen den Eltern und den Kindern zu einem größeren Streit kommt, verschweigt Frau Mittermeier diesen vor der anrufenden Oma, was ihre Teenager-Tochter Bille sehr zornig macht: „Hauptsache, dass keiner merkt, was bei uns los ist! (…) Die Kinder mögen nicht, die haben keine Lust! Haha! Die sperren wir ein! Denen hauen wir ein paar runter! Aber sonst sind wir eine herrliche, harmonische family!“ (S.88). Bille beschreibt den Alltag in der Familie mit den folgenden Worten: „Wir haben gar keine Harmonie. Es ist bloß stinklangweilig bei uns.“ (S.5).

Streit und Diskussionen: Eltern vs. Kinder

Obwohl die Eltern Mittermeier in der Öffentlichkeit und vor anderen gerne so tun, als würden sie ein idyllisches Familienleben führen, kommt es im Alltag in ihrer privaten Sphäre immer wieder zu kleineren und größeren Streitigkeiten zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. Besonders Bille und ihre Mutter geraten häufig aneinander. In der Tat vergeht selten ein Tag, an dem es nicht zu einer familiären Auseinandersetzung kommt. 

Schon direkt zu Beginn des Romans möchte Frau Mittermeier ihren Sohn gegen dessen Willen den Sommer über auf ein englisches College schicken. Ewald ist zwa...

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