Jasper

Der erste Eindruck: Das unfreundliche Austauschkind

Jasper ist eine der Hauptpersonen des Romans „Das Austauschkind“. Er ist knapp über vierzehn Jahre alt und kommt aus der englischen Hauptstadt London. Eigentlich hätte sein ein Jahr jüngerer Halbbruder Tom als Austauschschüler nach Wien fahren sollen, aber da dieser sich kurz vor der Abfahrt ein Bein gebrochen hat, wird Jasper an seiner statt geschickt. Bei der Familie Mittermeier soll er während der Sommerferien sechs Wochen verbringen.

Die Familie Mittermeier hat eigentlich damit gerechnet, dass der „schwarzhaarige, sehr hübsche“ (S.33) Tom den Sommer über bei ihnen einziehen würde, und ist deshalb nicht wenig überrascht, am Flughafen stattdessen auf einen „korpulente[n], rotblonde[n], sommersprossige[n] Knabe[n]“ (S.50) zu treffen, der sich ihnen als Toms Bruder Jasper vorstellt. 

Peter Stollinka hat im vergangenen Sommer an einem Austausch teilgenommen und sechs Wochen bei der Familie von Jasper und Tom in London verbracht (vgl. S.24). Er kennt Jasper gut und bezeichnet ihn ohne Umschweife als „Teufel“ (S.50). Tatsächlich wirkt Jaspers Art auf Ewald „nicht gerade freundlich“ (S.51) und in ihm macht sich angesichts der bevorstehenden sechs Wochen ein „ungutes Gefühl“ (S.52) breit. Ewalds Ressentiment scheint sich zunächst zu bestätigen. 

Auf dem Weg vom Flughafen nach Hause erweist sich Jasper als wortkarg und unfreundlich. Anstatt mit Worten zu kommunizieren, knurrt er, wenn ihm etwas nicht gefällt, zum Beispiel dann, als Ewalds Eltern seine geliebte Flusskieselsammlung für ihn tragen wollen: „Er knurrte wirklich. So wie ein großer Hund, dem man den Fleischknochen wegnehmen will.“ (S.53). Alle Versuche von Herrn und Frau Mittermeier, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, scheitern, obwohl die Mittermeiers ihn auf Englisch ansprechen und Jasper eigentlich gut Deutsch sprechen kann (vgl. S.53ff.). 

Anstatt sich mit der Familie Mittermeier zu unterhalten, schlägt sich der englische Teenager den Bauch mit Erdnüssen voll und lässt – zum großen Schreck der sauberkeitsliebenden Frau Mittermeier – deren Schalen ungehemmt auf den Autoboden fallen. Peter Stollinka behauptet pessimistisch, es wäre unmöglich, ihn zurechtzuweisen: „Und außerdem (…) tut er sowieso nie, was man ihm sagt. Der macht eisern das Gegenteil!“ (S.55).

Die ersten Tage: Der fremde Wilde 

In der Wohnung der Mittermeiers angekommen, bleibt das Verhältnis zwischen Austauschkind und Gastfamilie angespannt. Herr und Frau Mittermeier haben inzwischen regelrecht Angst vor Jasper und seinen knurrenden Antworten und sind deutlich zögerlicher geworden, ihm ihre Hilfe anzubieten. Es kostet Herrn Mittermeier große Überwindung, Jasper anzubieten, sein Gepäck für ihn in den vierten Stoc...

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