Sprache und Stil

Einfache Sprache

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des dreizehnjährigen Ewalds heraus erzählt (vgl. Erzähltechnik) und richtet sich an ein jugendliches Publikum. Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass im Roman eine leicht leserliche Alltagssprache und ein klarer und prägnanter Schreibstil dominieren. Komplizierte Wörter oder Fachbegriffe tauchen nur sehr selten auf. Allerdings ist deutlich zu erkennen, dass Ewald sich als neuer Schriftsteller ausprobiert. Er baut gelegentlich Fachwörter und Redewendungen in seine Erzählung mit ein, ist sich aber nicht immer sicher, sie richtig zu gebrauchen. Des Weiteren setzt er viele Wörter geschickt und kreativ zu neuen Bedeutungen zusammen und erschafft sich so sein ganz eigenes Vokabular.

Ewald gebraucht als Ich-Erzähler durchgängig einen einfachen und schlichten Wortschatz. Hin und wieder streut er aber das ein oder andere Fachwort ein oder gebraucht eine fortgeschrittenere Redewendung. Als Ewald die Reaktion seiner Mutter angesichts von Jaspers fehlenden Tischmanieren beschreibt, bezeichnet er sie beispielsweise als „konsterniert“ (S.60), ein bildungs sprachlicher Ausdruck für fassungslos oder bestürzt. 

Nicht immer ist sich der junge Erzähler jedoch sicher, ob er die richtigen Begriffe verwendet. Als er von seiner Erzählung abschweift, ist er sich beispielsweise nicht sicher, welche Perfekt-Form er für das Wort „abschweifen“ wählen soll: „Aber nun bin ich total von der Geschichte, die ich kurz gefasst erzählen will, abgeschwiffen. (Oder heißt das: geschweift?)“ (S.21). Und als er seine Ohrmuschel dafür verwetten will, dass seine Schwester nur nach Florenz will, um dort shoppen zu gehen, ist er sich nicht sicher, welches Adverb er verwenden soll: „Da verwette ich mein linkes Ohrwaschel dagegen! Oder dafür?“ (S.120).

Ewald scheint eine große Freude daran zu verspüren, ständig neue Worte zu kreieren und sich so sein ganz eigenes Vokabular zu erschaffen (vgl. Sprach- und Stilmittel „Neologismus“). Das brüchige Englisch seines Vaters bezeichnet er beispielsweise als „Wahnsinnsenglisch“ (S.36), Billes und seinen Versuch, den englischen College-Aufenthalt von sich abzuwenden, betitelt er als „Liebes-Sauf-Show“ (S.17), seinen Plan, in den Schrebergarten seiner Oma einzuziehen, tauft er „Schrebergartentraum“ (S.32) und die Gastfamilien, die am Flughafen auf ihr Austauschschüler warten, bezeichnet er treffenderweise als „Austauschkinderempfänger“ (S.49). ...

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