Leo Richter

Der kreative Autor

Leo Richter verkörpert die Schlüsselfigur des Romans Ruhm, indem er die Hauptfigur der beiden Episoden „In Gefahr“ darstellt und er in drei anderen Geschichte eine bedeutende oder entscheidende Nebenrolle spielt. In der zweiten Geschichte mit dem Titel „In Gefahr“ lernt der Leser ihn kennen.

Leo Richter ist ein junger unverheirateter Schriftsteller ohne Kinder. Er lebt in einer spärlich eingerichteten Wohnung (S. 29). Über sein Aussehen erfährt der Leser nicht viel. Er ist sehr schmal gebaut (S. 27). Im Gespräch knetet er seine Finger und blickt ständig nach oben (S. 29).

Er sagt von sich selbst, dass er nicht „die Art von Schriftsteller“ sei, „bei dem alle Fakten stimmen“ (S. 53). Er recherchiert also nicht alles, über das er schreibt, genau nach und schreibt gerne Fiktion. Er ist ein Autor „vertrackter Kurzgeschichten voller Spiegelungen und unerwartbarer Volten“ (S. 29). Er plant, einen „Roman ohne Hauptfigur“ (S. 25) zu schreiben (S. 29).

Rosalie geht sterben

Seine berühmteste Geschichte heißt „Rosalie geht sterben“ (S. 29).  Sie handelt von einer alten Frau, die sich in der Schweiz ein Sterbehilfezentrum aussucht. Doch dann entscheidet sich die todkranke Frau, weiterleben zu wollen. Zunächst will der Autor ihr Leben deshalb nicht verschonen, weil sie eine literarische Figur ist und ihre Geschichte theologisch sein sollte.

Schließlich ändert der Schriftsteller aber seine Meinung und er verwandelt Rosalie in eine hübsche junge Frau. Er hofft, dass jemand irgendwann in der Zukunft dasselbe für ihn tun wird. Der Schriftsteller verdeutlicht mit diesem Märchen, dass er über eine gute Fantasie verfügt. Er wirkt sehr human, weil er Mitleid mit seiner von ihm erschaffenen literarischen Figur hat. Aber er ist auch sehr an Eigennutz interessiert, denn mit der Rettung Rosalies hofft er insgeheim, etwas für das eigene Karma getan zu haben.

Der Schriftsteller und seine Muse

Seit Leo vor ein paar Wochen einen Vortrag über das Aussterben der Kultur an der Mainzer Akademie gehalten hat, ist er bekannt geworden. Seine Rede wurde gedruckt. Leo wurde von Kulturinstituten in verschiedenen Ländern zu Vortragsreisen eingeladen (S. 31).

 Auf e...

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