Ironie, Humor und Satire

Der Roman ist von Ironie, Humor und Satire geprägt. Im Folgenden sind einige Beispiele aus fünf verschiedenen Kapiteln aufgelistet.

In Gefahr (1)

Hier folgt der Leser dem Schriftsteller Leo Richter und seiner Freundin Elisabeth auf eine Reise durch Mittelamerika. Während Elisabeth mit einer echten Krise zu kämpfen hat – sie war mit „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika im Einsatz und nun wurden Kollegen von ihr entführt – hat Leo Richter ganz andere Probleme zu bewältigen, sogenannte Luxusprobleme. Er ist enorm neurotisch und stellt sich z. B. am Flughafen eine halbe Stunde vor einem Abflug sofort in die Schlange zum Boarding, weil er sonst Angst hat, dass die Maschine ohne ihn startet (S. 27).

Leo regt sich deshalb übertrieben auf, weil er einen Preis nicht bekommt (S. 35), und hegt eine absurde Abneigung gegen die Mitarbeiterinnen von Kulturinstituten. Er fragt seine Freundin, ob es etwas Schlimmeres gäbe als solche Menschen, und zwar nur deshalb, weil ihm ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung nicht gefallen (S. 44). Das Ganze wirkt ziemlich lächerlich und wie eine gelungene Satire auf egozentrische, neurotische Schriftsteller.

Doch auch die Mitarbeiterinnen des Kulturinstituts werden als herumwandelnde Klischees karikiert. Sie haben alle einen ähnlichen Kleidungsstil (sowohl Frau Rappenzilch als auch Frau Riedergott tragen Wolljacken, S. 33, 43) und vor allem stellen sie ihrem Gast Leo Richter immer die gleichen Fragen.

Rosalie geht sterben

Die Figur Rosalie plant ihren Tod – sie nimmt Kontakt zu einem Zentrum für Sterbehilfe in der Schweiz auf. Sie telefoniert mit Herrn Freytag, der dort arbeitet, und er schlägt ihr einen Termin vor: Nächste Woche Montag (S. 59). Darauf antwortet Rosalie: „Montag […] Warum nicht?“ (S. 60). Die rhetorische Frage „Warum nicht?“ wirkt ziemlich gelassen, so als hätte man sie lediglich danach gefragt, ob sie Lust auf einen Kaffee hätte: Es geht aber in Wirklichkeit um ihren Sterbetermin. Durch diese Art der Dialogführung entwickelt sich ein morbider Humor, auch wegen des Wortspiels „Freytag /Montag“.

Als Rosalie daraufhin einen Flug nach Zürich buchen will und mit dem Reisebüro telefoniert, kommt wieder ein von schwarzem Humor geprägter Dialog zustande. Sie will nur einen einfachen Flug buchen, ohne Rückkehrticket, denn ihre Absicht ist es ja, in Zürich zu sterben. Doch davon rät ihr der Mitarbeiter des Reisebüros ab:  

„>>Einfach ist teurer. Nehmen Sie hin und zurück.<<

>>Na gut.<<

>>Den Rückflug für wann?<<

>>Egal.<<

>>Das kann ich ihnen nicht empfehlen. Beim billigsten Tarif können sie den Rückflug nicht mehr umbuchen.<< (…)

>>Ich möchte nicht zurück.<<

>>Ich kann den Rückflug auch offen buchen....

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