Wissenschaft im Wandel

Die zwei Pioniere

Mit Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt präsentiert Die Vermessung der Welt zwei Protagonisten, die zu den wichtigsten Wegbereitern der modernen Naturwissenschaften zählen. Mit den Idealen der Aufklärung führen diese Wissenschaften im Zuge der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert nicht nur einen Feldzug gegen die absolutistischen Herrscher und die Kirchen Europas, sondern ziehen auch gegen den alltäglichen Aberglauben zu Felde. Der Wissenschaft wird das vermeintlich Magische genommen und zeichnet sich nun durch das Streben nach nachweisbaren Fakten aus, der Forscher etabliert sich als ein angesehener Beruf. Der Roman stellt Humboldt und Gauß in diesem Zusammenhang als Pioniere dar. Was sie eint, ist die Tatsache, dass sie beide stets darum bemüht sind, mit den fortschrittlichsten Methoden ihrer Zeit und mit den aktuellsten Messinstrumenten zu arbeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.

Gauß leistet dabei seinen Teil auf dem Feld der theoretischen Mathematik, aber auch als Astronom und Landvermesser (Geodät); Humboldt hingegen tut sich durch seine Expedition nach Südamerika als Naturforscher hervor. Er ist ein glühender Verfechter der praxisbezogenen Forschung des unmittelbaren Sehens und Anfassens. So widersetzt er sich zum einen dem Aberglauben der lateinamerikanischen Ureinwohner, in der Höhle, die er untersuchen möchte, „lebten die Toten“ (S. 88). Humboldt stemmt sich jedoch auch gegen eine als gesichert geltende wissenschaftliche Theorie seine...

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