Leo

Der zufällige E-Mail-Kontakt

Der 36-jährige Leo Leike (S. 192) ist neben Emmi Rothner eine der beiden Hauptfiguren des E-Mail-Romans Gut gegen Nordwind. Leo wohnt in einer unbekannten Stadt in Österreich. Seine genaue Adresse lautet: „Hochleitnergasse17, Top 15.“ (S. 177). Leo ist alleinstehend, kinderlos und trinkt gerne Weißwein (S. 87).

Er ist von Beruf „Kommunikationsberater und Uni-Assistent für Sprachpsychologie“ (S. 12). Aufgrund einer Verwechslung sind E-Mails von Emmi, die in der gleichen Stadt wohnt, zufällig bei Leo angekommen. Sie wollte ihr Abonnement der Zeitschrift „like“ kündigen, aber aufgrund eines Tippfehlers landet ihre E-Mail bei ihm.

Zwischen ihm und der jungen unbekannten Frau entwickelt sich in der Folge ein regelmäßiger schriftlicher E-Mail-Austausch. Er trifft Emmi einmal in einem Café, ohne sie erkennen zu können. In Bezug auf sein Aussehen erklärt Emmi später, dass sie ihn bei der Betrachtung im Café Huber „sehr interessant“ (S. 49) fand. Da sie glaubte, Leo sei mit seiner Freundin da, habe sie ihn nicht näher angesehen. In ihrer Erinnerung sei er „relativ groß, relativ schlank, relativ jung, relativ gut angezogen“ und habe „relativ Haare und relativ Zähne“ (S. 62).

Leo besitzt einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester (S. 59). Der Bruder ist mit seinem Vater nach Kanada ausgewandert (S. 89). Seine Schwester Adrienne ist Model von Beruf und Leo pflegt zu ihr ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis (S. 59). Während des E-­Mail-Kontakts zu Emmi stirbt Leos Mutter im März an Krebs (S. 71).

Der vielschichtige Charakter

Da der Roman Gut gegen Nordwind ausschließlich aus E-Mails zwischen den Protagonisten besteht, erhält der Leser alle Informationen über die Figuren nur von den beiden Hauptpersonen selbst.

Emmi beschreibt Leos Schreibweise als „schüchterne, aufmerksame, dann wieder treffsichere, plötzlich offene, graupelbärig entzückende, mitunter sogar ansatzweise sinnliche, jedenfalls unheimlich feinfühlige Art “ (S. 49). Leo selbst bezeichnet sich hingegen als „manchmal mürrischen, beziehungsgeschädigten, krisenanfälligen, wenig humorvollen Professorentyp“ (S. 31).

Zu Beginn der E-Mail-Freundschaft mit Emmi befindet sich Leo gerade emotional in einer Ausnahmesituation: Am 19. Dezember, als er die Weihnachts-E-Mail von Emmi bekommt, wird klar, dass sich seine Freundin Marlene endgültig für einen anderen Mann entschieden hat (S. 22). Trotz seines Liebeskummers beweist Leo Sinn für Humor. So macht er sich darüber lustig, dass Emmi ihm unabsichtlich mehrere E-Mails geschickt hat, die eigentlich für den „like“-Verlag bestimmt waren.

Als Emmi ihm neun Monate später einen Weihnachtsgruß schickt, der eigentlich für Emmis Kunden bestimmt ist, antwortet Leo vergnügt: „Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Fest und freue mich für Sie, dass Ihnen ein Jahr bevorsteht, das zu Ihren achtzig besten zählen wird. Und sollten Sie zwischendurch schlechte Tage abonniert haben, bestellen Sie sie ruhig – irrtümlich – bei mir ab“ (S. 7).

Auch viele andere E-Mails von Leo an Emmi sind durch einen ironischen Unterton gekennzeichnet. Als Emmi erfährt, dass Leo sich nach der Beerdigung seiner Mutter mir Marlene getroffen hat, möchte sie wissen, ob er wieder mit ihr zusammen ist. Leo antwortet: „Ich verrate Ihnen, dass ich sechs Stunden nach dem Begräbnis meiner Mutter um ein Haar mit meiner Exfreundin geschlafen hätte. Ich hoffe, Sie sind entsprechend schockiert!“ (S. 75).

Leo ist zudem einfallsreich und fantasievoll. Als Emmi unbedingt erfahren möchte, wie er aussieht, schlägt Leo ihr ein „verrü...

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