Emmi

Alltag und Familie

Emmi verkörpert neben Leo Leike die zweite Hauptfigur des E-Mail-Romans Gut gegen Nordwind. Ihr erster Kontakt zu Leo kommt aufgrund eines Versehens zustande: Als Emmi per E-Mail ein Abonnement der Literaturzeitschrift „like“ kündigen möchte, landet die E-Mail aufgrund eines Tippfehlers bei Leo Leike, der in der gleichen Stadt wohnt (S. 6, 16). Dieser antwortet und es entwickelt sich in der Folge ein regelmäßiger schriftlicher Austausch zwischen den beiden Protagonisten.

Emmi lebt zusammen mit ihrer Familie vermutlich in einer Stadt in Österreich.[1] Sie besitzt einen Kater mit Namen Wurlitzer[2] (S. 40). Emmi hat eine ältere Schwester, die in der Schweiz lebt (S. 59). Ihre Mutter wohnt wahrscheinlich in der gleichen Stadt wie Emmi, da diese für ihre Mutter das Magazin „like“ abonniert hatte (S. 16). Emmis Vater ist bereits vor längerer Zeit gestorben (S. 181).

Emmi ist 34 Jahre alt (S. 183) und mit Bernhard verheiratet. Ihr Mann ist vierzehn Jahre älter als sie und ihr ehemaliger Klavierlehrer (S. 181). Zwei Jahre nach dem Unfalltod von Bernhards erster Frau heiratet Emmi ihn. Bernhard bringt die beiden Kinder seiner verstorbenen Frau mit in die Ehe (ebd.). Seitdem hat Emmi für Fiona (16) und Jonas (11) die Mutterrolle übernommen (S. 43, 86).

Emmis Mann Bernhard berichtet in einer E-Mail an Leo, Emmi habe ihm und den Kindern nach dem Tod seiner Frau sehr zur Seite gestanden. In diesem Zusammenhang fragt sich Bernhard, aus welchen Motiven heraus Emmi ihn geheiratet hat: „Wie viel davon war Mitleid, Anteilnahme, der Wunsch zu helfen, die Fähigkeit, da zu sein in schlimmen Stunden?“ (S. 182). Er ist sich jedoch sicher, dass Emmi ihn letztlich nicht aus Mitleid, sondern aus Liebe geheiratet hat (ebd.).

Die attraktive Webdesignerin

Emmi trinkt gerne Rotwein (S. 37) und Whisky (S. 174). Bei der weiblichen Hauptfigur handelt es sich um „eine gebürtige Linkshänderin, die in der Schule auf rechts umgepolt wurde.“ (S. 8).  Auf diese Weise erklärt Emmi den mehrfachen Tippfehler, durch den ihre E-Mails an den „like“-Verlag immer wieder bei Leo landeten: Ihre linke Hand ist schneller als die rechte, somit schreibt sie nach dem gängigen Zehnfingersystem ein „e“, obwohl es ein „i“ werden soll (ebd.)

Emmi hat Schuhgröße 37 (S. 16) und ist „beruflich mit Homepages befasst“ (S. 9).

Sie erstellt Internetseiten für Privatleute und/oder Firmen und ist vermutlich Webdesignerin von Beruf. Emmi arbeitet freiberuflich, denn sie verfügt über eine Kundenkartei (S. 7). Über ihr Aussehen erfährt der Leser ähnlich wie bei Leo nichts Konkretes, da die beiden Hauptfiguren sich im Roman nicht persönlich begegnen.

Emmis Mann Bernhard beschreibt sie als eine „Schönheit“ (S. 183) und auch Leo ist sich sicher, dass Emmi gut aussieht. Nach ihrem „Treffen ohne Erkennen“ im Café Huber will Emmi von Leo wissen, warum sie eine von drei Frauen gewesen sein soll, die Leo ihr beschrieben hat (S. 57). Leo schreibt: „Sie sind eine so genannte verdammt gutaussehende Frau. Denn, verdammt: Sie wissen, dass Sie gut aussehen“ (ebd.). Leo schließt aus der Art, wie Emmi schreibt, dass sie sich ihrer Attraktivität durchaus bewusst ist.

Gefallen anregen und begehrt werden

Bereits zu Beginn ihres schriftlichen Austauschs mit Leo will Emmi wissen, wie er aussieht (S. 32/33). Zudem fragt sie ihn, ob das Fantasiebild, welches er sich von ihr in seinem Kopf gemacht habe, ihm auch gefalle (S. 36). Leo antwortet mit der Gegenfrage, ob das Gefallen denn so wichtig sei. Emmi bestätigt ihre Meinung: „Ja, das ist total wichtig, Herr Moraltheologe. Zumindest für mich. Ich mag 1.) Gefallen finden. Und ich mag 2.) gefallen“ (S. 36).

In Emmis Ehe ist längst Routine eingekehrt. Emmi und Bernhard nutzen getrennte Wohn- und Schlafbereiche. Für Emmi bildet der E-Mail-Austausch mit Leo eine willkommene Abwechslung zu ihrem eintönigen Familienalltag (S. 86). Emmi genießt es, neben ihrer Alltagswelt noch eine „Außenwelt“ zu besitzen, die nur ihr allein gehört.  Es gefällt Emmi, dass sich mit Leo wieder ein Mann um sie bemüht.

Als Leo sie angeheitert küssen möchte, schreibt sie ihm am nächsten Tag:“ Ich habe das schön gefunden, was Sie mir da unabsichtlich geschrieben haben, sehr schön sogar. (...) Und ich fühle mich geehrt, dass sie mich so oft küssen wollten“ (S. 90). Als Leo sie daraufhin auffordert, zu ihm zu kommen, lehnt Emmi das Ansinnen ab. Sie möchte kein „außereheliches...

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