Schreibstil

Höflichkeit und Respekt

Die beiden Hauptfiguren verwenden bis auf wenige Ausnahmen einen höflichen und respektvollen Schreibstil. Ungewöhnlich für die heutige Zeit ist die Tatsache, dass sie sich bis zur letzten Seite ihrer Korrespondenz siezen (S. 219). Erst am Ende des Romans, und zwar eineinhalb Stunden vor ihrem geplanten persönlichen Treffen, bietet Emmi Leo wiederum ganz förmlich das „Du“ an (S. 219).

Trotz der eher distanzierten Schreibweise sprechen Leo und Emmi oft über persönliche Dinge. Dabei werden sie dem anderen gegenüber sehr direkt und gebrauchen ironische Wendungen, um die gewohnte Distanz zu wahren. Leo wundert sich darüber, dass Emmi ihn kennenlernen möchte, obwohl sie verheiratet ist. Er glaubt, den Grund dafür zu kennen, und schreibt: “Aber DASS Sie etwas wollen, ist unumstritten. Oder anders: Sie suchen etwas. Nennen wir es Abenteuer. Wer ein Abenteuer sucht, erlebt gerade keins. Stimmt’s?“ (S. 67).

Emmi antwortet auf ihre Art ironisch: „Leo, bitte machen Sie nicht auf „Dornenvögel“. [1] Ich suche kein „Abenteuer“ mit Ihnen“ (S. 67). Als Leo daraufhin fragt, ob Emmi ihrem Mann von einem Treffen erzählen würde, erklärt sie: „Glücklich verheiratet zu sein, bedeutet nicht, dass man dem Partner einen täglichen Rechenschaftsbericht über jedes seiner Treffen abzuliefern hat. Damit würde...

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