Daniel Defoe

Das genaue Geburtsdatum des englischen Kaufmanns, Abenteurers und Schriftstellers Daniel Foe (Der Autor fügt später seinem Familiennamen ein „De“ hinzu, wodurch dieser einen aristokratischen Klang erhält) ist nicht dokumentiert. Er kommt ungefähr im Jahr 1660 als Sohn eines wohlhabenden Fleischers in London zur Welt. Seine Kindheitsperiode  ist durch mehrere gesundheitliche und gesellschaftliche Notlagen geprägt: 1665, die Einbruch der Pest, 1666 den großen Brand in London, bei dem vier Fünftel der City of London zerstört werden, und den erfolglosen Krieg gegen die Niederlande (1665–1667). 

Defoes Mutter stirbt bereits 1671, als er noch ein Kind ist, und der Junge leidet unter der strengen Erziehung seines Vaters, der gern möchte, dass er ein presbyterianischer Prediger wird. Deshalb wird der junge Mann an der Akademie in Newington ausgebildet. Nach dem Abschluss der höheren Grundausbildung entscheidet er sich jedoch dafür, Kaufmann zu werden. Er heiratet 1684 Mary Tuffley, die eine bedeutende Mitgift in die Ehe mitbringt und ihm im Laufe der nächsten Jahre acht Kinder schenkt.

1685, ein Jahr später, schließt sich der idealistische Defoe dem Herzog von Monmouth an, der den königlichen Thron beansprucht, aber kurz später besiegt und hinrichtet wird. Defoe muss daraufhin nach Frankreich flüchten. Nach seiner Wiederkehr betreibt er in London mehrere Geschäftshäuser und handelt mit Waren aus den englischen Kolonien. Zu dieser Zeit unternimmt er Reisen nach Frankreich, Holland, Italien und Spanien. 

Der junge Kaufmann ist aber in seinen geschäftlichen Angelegenheiten nicht erfolgreich. Er verliert aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich mehrere Schiffsladungen und wird 1692 für bankrott erklärt. Er hat große Schulden angehäuft, die ihn sein Leben lang begleiten werden, und er wird für einige Monate in ein Schuldgefängnis eingesperrt. Nach seiner Freilassung übernimmt er verschiedene öffentliche Dienste und gründet ein Ziegeleiwerk, welches ihm ein gutes Einkommen gewährleistet.

Gleichzeitig beginnt Defoe zu schreiben und wird Journalist. Er befasst sich kritisch mit zeitgenössischen politischen und wirtschaftlichen Fragen. Er veröffentlicht teilweise anonym mehrere Pamphlete und Streitschriften, in denen er sich für religiöse Toleranz und soziale Reformen einsetzt. Er verfasst 1702 ein Traktat, in dem er die Position der anglikanischen Kirche angreift. Dafür wird er ins Gefängnis geworfen und an den Pranger gestellt, obwohl er die Sympathie des Volkes auf seiner Seite hat. Er wird aus dem Gefängnis durch Robert Harley, erster Graf von Oxford, freigekauft. Er arbeitet nachfolgend für den einflussreichen Politiker als Geheimagent und spioniert seine Gegner aus.

Nach seiner Freilassung wendet er sich des Weiteren verstärkt dem Journalismus zu. Er gibt von 1704 bis 1713 die politische Zeitschrift The Review heraus und befürwortet die Union zwischen England und Schottland.  Erst als 59-Jähriger beginnt Daniel Defoe damit, Romane zu veröffentlichen. Sein Debutroman Robinson Crusoe (1719) erscheint in zwei Teilen als ,,The life and strange surprizing adventures of Robinson Crusoe of York". Das Werk wird derartig erfolgreich, dass es seinen Autor mit einem Schlag berühmt macht. 

Der produktive Schriftsteller verfasst im Laufe der nächsten Jahre mehrere Erzählungen, wie  Memoirs of a Cavalier (1720), Captain Singleton (1720), The Fortunes and Misfortunes of the Famous Moll Flanders (1722),  A Journal of the Plague Year (1722) und  The Complete English Tradesman (1725–1727), welche jedoch nicht die gleiche Begeisterung bei den Lesern*innen wie Robinson Crusoe  entfachten. Trotz des riesigen Erfolgs von Robinson Crusoe stirbt Daniel Defoe am 26. April 1731 einsam, krank und hoch verschuldet in London.

Daniel Defoe