Autobiografische Bezüge

Überwachung und Unfreiheit

Neben der Verarbeitung gesellschaftlicher Themen in ihrem Werk mischt sich die Autorin auch regelmäßig mit politischen Stellungnahmen in das aktuelle Zeitgeschehen ein. Nach Bekanntwerden der globalen Spionage- und Überwachungsaffäre durch die NSA im Jahr 2013 schrieb Juli Zeh einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Darin forderte Zeh – unterstützt von zahlreichen Schriftstellerkollegen – vollständige Aufklärung und rechtliche Konsequenzen.

In ihrem Roman Corpus Delicti wird deutlich, wie sehr Zeh die Gefahr einer völligen staatlichen Überwachung der Menschen beschäftigt. Im Verlauf der Handlung verdeutlicht die Autorin, wie der Staat -  den sie Methode nennt - seine Bürger bis in den privaten Bereich hinein kontrolliert und so Macht über sie gewinnt.

In der Vergangenheit ist es der Regierung in Corpus Delicti gelungen, durch Gesundheitsvorsorge die Krankheiten weitgehend auszurotten. Nun gilt es als das wichtigste Ziel der Methode, diesen Zustand auch zu erhalten. Dies kann jedoch nur durch die extreme Kontrolle des Einzelnen gewährleistet werden. Indem jeder Mensch dazu verpflichtet wird, regelmäßig Blut- und Urinproben sowie Schlafberichte abzugeben, offenbart er jedoch gleichzeitig seinen persönlichen Lebensstil. 

Freiheit und Individualität

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