Mia und Kramer

Zwei Gesichter

Der Journalist Heinrich Kramer fungiert im Roman als Gegenspieler der Hauptperson Mia Holl. Stilistisch lässt sich dies an der unterschiedlichen Namensnennung erkennen: Während Mia fast nur unter ihrem Vornamen auftaucht, wird Kramer im Roman ausschließlich beim Nachnamen genannt. Seine zentrale Bedeutung für die Handlung wird durch zahlreiche Auftritte – vorwiegend in der zweiten Romanhälfte – unterstrichen. Kramer bestimmt den Anfang sowie das Ende des Geschehens, indem er das Vorwort (S. 8) sowie den letzten Satz in wörtlicher Rede formuliert (S.264).

Nach dem Tod von übernimmt Kramer die Rolle derjenigen Person, mit der Mia sich in langen Diskussionen auseinandersetzt. Obwohl Kramer als Repräsentant der Methode fungiert und sich daher zum politischen Gegner Mias entwickelt, bleibt ihr Verhältnis zu ihm ambivalent. Bereits zu Beginn des Romans wird eine mögliche Liebesgeschichte zwischen Mia und Kramer angedeutet (S. 29). Unabhängig von seinen politischen Ansichten mag Mia den Journalisten als Menschen (S.126) und vermutet, dass er zwei Gesichter zeigt: „Er ist eine Medienfigur. Vielleicht verbirgt sich dahinter eine ganz andere Person“ (S. 82).

Fanatisch und gefühlskalt

Im Verlauf der Handlung durchschaut Mia Kramers Vorhaben, ihren Widerstand gegen die Metho...

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