Entstehung

Autobiografische Züge

Gewisse Übereinstimmungen zwischen Kracht und dem Ich-Erzähler in „Faserland“ (beide sind reiselustig, stammen aus einem finanzkräftigen Elternhaus und sind deswegen finanziell unabhängig, beide haben das Internat in Salem besucht) könnten den Schluss zulassen, dass es sich um einen autobiografischen Roman handelt. Die Charakterzeichnung des Ich-Erzählers ist jedoch so ungenau (es werden nur sehr wenige Angaben zur Kindheit und Jugend gemacht), dass die zweifelsfreie Deckungsgleichheit mit Krachts Leben nicht festgestellt werden kann.

Im Roman flüchtet der Ich-Erzähler am Ende des Romans in die Schweiz. Die Schweiz scheint für ihn einen idyllischen Gegensatz zu Deutschland zu verkörpern. Sie wird, egal ob nun im Hinblick auf die Umgebung oder auf die Bevölkerung, durchweg positiv geschildert (S. 147, 151, 154). Hier fühlt sich der Protagonist wohl und er scheint eine gewisse Harmonie gefunden zu haben. Kracht ist selber Schweizer, aber er betrachtet sich notorisch als Kosmopolit. Seine Liebe zu seinem Heimatsland lässt er doch vielleicht durch den Protagonisten durchschauen, wenn die Schweiz ihm als ein besseres Deutschland erscheint.

Intertextualität

Als Vorwort und Motto benutzt Christian Kracht ein Zitat aus Samuel Becketts „Der Namenlose“. Samuel Becketts Roman beginnt auch fast wie Krachts: „Vielleicht hat es so begonnen / Also es fängt damit an“ (S.13). Das Vorwort steht in Verbindung mit der Machtlosigkeit und der distanzierten Haltung des namenlosen Ich-Erzählers.

Der Titel „Faserland“ spielt auf Robert Harris’ Roman „Fatherland“ (1992) an (siehe Analy...

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