Erzählweise

Sprachlosigkeit

Auffällig ist, dass der Ich-Erzähler oft alleine ist. Seine Eltern sind in seinen Rückblicken bis auf eine Ausnahme abwesend. Weiterhin kommt auch nur sein Vater zur Sprache, die Mutter fehlt völlig. Er verbringt viel Zeit alleine in einem Hotelzimmer, weil sein Vater Geschäfte erledigen muss (S. 88-89) oder fliegt im Alter von gerade einmal sieben Jahren alleine zu einem Haus der Familie in Florenz (S. 51).

Lediglich in Kapitel acht taucht in einer Erinnerung an eine Autofahrt sein Vater auf. Der Erzähler sitzt allerdings hinter ihm, was durchaus symbolisch, und zwar im Sinne von „wendet ihm den Rücken zu“ zu verstehen ist, denn von der Mutter ist auch hier nicht die Rede. Deshalb stellt sich die Frage: Wieso sitzt er nicht vorne neben dem Vater? Auch hier erfährt man nicht das Geringste vom Vater.

Das Aufwachsen des Ich-Erzählers könnte erklären, wie sein Unvermögen zur Kommunikation zustande gekommen ist. Im gesamten Roman findet der Ich-Erzähler nicht zu den anderen Charakteren, seine Dialoge sind meist völlig oberflächlich, was der Erzähler wirklich denkt, behält er lieber für sich (S. 36) oder malt sich entsprechende Bilder aus (S. 128), auch bei den spontanen Begegnungen mit Taxifahrern (S. 30) oder Sitznachbarn im Flugzeug (S. 56) bleibt die Kontaktaufnahme aus. 

Die Sprachlosigkeit und Unstrukturiertheit des Ich-Erzä...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen