Rezension

Bertolt Brecht verfasste sein Drama Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg im schwedischen Exil kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Handlung umfasst einen Zeitraum von zwölf Jahren während des Dreißigjährigen Krieges. Die Marketenderin Mutter Courage zieht mit ihren drei Kindern Eilif, Schweizerkas und Kattrin durch Schweden, Polen und Deutschland, um Waren an die Soldaten zu verkaufen.

Die fahrende Händlerin verfolgt zwei Ziele, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen: Zum einen will sie mit ihrem Handel Gewinne machen, dies tut sie, solange der Krieg andauert. Daneben ist sie bestrebt, ihre Kinder vom direkten Kriegsgeschehen fernzuhalten. Ihre beiden Söhne sollen nicht als Soldaten kämpfen und die Tochter von Vergewaltigungen verschont bleiben.

Da die Courage aufgrund ihrer Profitgier ihre mütterliche Fürsorge jedoch sträflich vernachlässigt, ist sie schließlich mitverantwortlich dafür, dass alle drei Kinder dem Krieg zum Opfer fallen. Trotz ihrer Erfahrungen bleibt die Marketenderin letztlich unbelehrbar und setzt ihr Geschäft mit dem Krieg unbeirrt fort.

Am Beispiel des Dreißigjährigen Krieges veranschaulicht Brecht die kapitalistischen Motive der Kriegsführung, die er auf den Zweiten Weltkrieg überträgt. Es sind die kleinen Leute, aus deren Perspektive der Dramatiker seine plebejische Chronik erzählt. Die Figuren sind eigennützig, kriegsvernarrt, menschenverachtend und bigott. Sie alle wollen ihren Schnitt am großen Geschäft mit dem Krieg machen. Dass am Ende jedoch nicht sie, sondern die „Großkopfigen“ davon profitieren, wird mit kleinbürgerlicher Engstirnigkeit verdrängt.

Doch „Wer mitn Teufel frühstücken will, muss ein langen Löffel haben!“, so warnt der viel zitierte Kernsatz des Stückes. ...

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