Tragödie versus Episches Theater

Distanz versus Identifikation

Die Tragödie hat ihren Ursprung im antiken Griechenland, sie ist eine Untergattung des Dramas. Aristoteles stellte in seiner »Poetik« eine Reihe von formalen Definitionskriterien für die Tragödie auf. Unter anderem sollte die Handlung nachahmend, in sich geschlossen und von einer bestimmten Länge sein. Offensichtlich ist, dass Brecht mit seiner »Mutter Courage« die für das gesamte klassische Drama geltende Einheit von Zeit, Ort und Handlung nicht erfüllt (vgl. Kapitel „Analyse“, Abschnitt „Die offene Form“).

Die von Aristot…

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Schicksal versus Verantwortung

Die klassische Tragödie erzählt von einem Helden, der in einen schicksalhaften Konflikt gerät. Die Situation des Protagonisten ist derart unausweichlich, dass er nicht anders kann, als fehlerhaft zu handeln. Der Held macht sich gewissermaßen „schuldlos schuldig“, da seine Handlungen und Entscheidungen vom Schicksal bzw. den äußeren Bedingungen bestimmt werden. Trotz aller Anstrengungen kann der Protagonist die drohende Katastrophe nicht abwenden. Häufig endet die Tragödie mit dem Tod des Helden.

Ursprünglich geht diese Form der Erzä…

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