Krieg und Moral

Gut im Frieden, schlecht im Krieg

An einer Reihe von Beispielen demonstriert Brecht die Widersprüchlichkeit und Absurdität des Krieges. Besonders auffällig ist dabei die Verkehrung der moralischen Werte ins Gegenteil. Viele Aussagen der Figuren widersprechen dabei dem natürlichen Menschenverstand, also dem, was der Leser bzw. Zuschauer als normal und richtig empfindet.

Brecht beschreibt den Krieg gewissermaßen als eine ‚verkehrte Welt‘, in der besondere Kräfte am Werk sind. Was in Friedenszeiten als moralische Tugend gilt, wird im Krieg zu einer negativen, weil unnützen Eigenschaft. Beispielsweise beschreibt Mutter Courage ihre drei Kinder mit Charakterzügen, die allgemein als erstrebenswert gelten, von ihr jedoch kritisiert werden (vgl. S. 16, 17, 28, 93).

Tatsächlic…

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Die gute Seite des Krieges und die schlechte Seite des Friedens

Die Darstellung des Krieges als etwas Positives, das gegenüber dem Frieden zahlreiche Vorteile hat, wirkt auf den Zuschauer und Leser besonders befremdlich. Ihr erster Gedanke gilt in der Regel dem Leid und dem Elend der Menschen. Doch dass es auch andere Perspektiven auf den Krieg gibt, hat Brecht bereits mit seiner Verbindung zum Kapitalismus verdeutlicht (vgl. Abschnitt „Krieg und Geld“).

Die Äußerungen des Feldwebels in der ersten Szene sind ein prägnantes Beispiel für das Vertauschen positiver und negativer Wertmaßstäbe – ebenso wie die Aussagen der Courage im Lied der 7. Szene. Die folgenden Aussagen sollen die verkehrte Gegenüberste…

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