Mutter Courage eine Tragödie?

Psychologisierung und Nachvollziehbarkeit

Innerhalb des Dramas lassen sich Merkmale aufzeigen, die eine Interpretation als Tragödie befördern. Die Dialektik der Courage (vgl. Abschnitt „Mutter und Händlerin“) kann das Bedürfnis wecken, sich auf eine der beiden Charakterseiten konzentrieren zu wollen, um die Figur greifbarer und verständlicher zu machen. Damit wird ihr Wesen psychologisiert, was Brecht zwar verhindern wollte, viele Zuschauer…

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Kattrin als tragische Heldin

Brechts Epischem Theater wurde aufgrund der kritisch-beobachtenden Distanz häufig Gefühllosigkeit unterstellt. Der Dramatiker wies dies mit dem Hinweis zurück, beim Zuschauer zwar kein Mit-Leid, aber dennoch Gefühle, wie Zorn und Leidenschaft, erregen zu wollen. Das Publikum sollte nicht mit den Figuren, sondern gegen sie fühlen, indem es den Drang verspürt, politisch aktiv zu werden.

Der Anspruch, das Mitfühlen und die Identifikation zu verhindern, gestaltet sich angesichts der Figur der stumme…

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Sehgewohnheiten und Bequemlichkeit

Bis heute wird »Mutter Courage und ihre Kinder« mitunter als Tragödie bezeichnet. Auch zu Brechts Lebzeiten interpretierten Publikum und Kritiker die Geschichte der Courage als tragisches Schicksal. Die Identifizierung mit der Protagonisti…

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