Landsknechte und Tross

Alltag der Soldaten

Die Landsknechte waren das entscheidende Mittel der Kriegsführung. Auf ihre Motivation, Ausbildung und Bewaffnung kam es an. Zu den Beweggründen der jungen Männer, in den Krieg zu ziehen, gehörten neben der Geldnot oder religiösen Verfolgung auch die Suche nach Abenteuer und sozialer Anerkennung. Letztere Motive spielen auch für Mutter Courages Sohn Eilif eine große Rolle.

Die meisten Soldaten wurden jedoch gegen ihren Willen zum Kriegsdienst gezwungen. Um die Söldner bei der Stange zu halten, entwickelte sich eine Art militärischer Drill. Viele der Soldaten, die dennoch aufgaben und desertierten, wurden zur Strafe gehängt.

Die wirtschaftliche Situation der Heere verschlechterte sich im Verlauf des Kriegs immer mehr. Häufig konnte den Soldaten kein Sold ausgezahlt werden, auch fehlte es an Verpflegung. Nicht selten begingen die Landsknechte daher gewaltsame Plünderungen, so wie auch der älteste Sohn der Courage, der zweifach eine Horde von Bauern überfällt, tötet und ihnen das Vieh raubt (vgl. Szene 2 und 8). Doch ging es ihm wie den meisten Soldaten dabei längst nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Machtdemonstration, Frustabbau und Unterdrückung.

Nicht nur die Bauern fürchteten die Grausamkeit der Landsknechte, auch die Städte blieben nicht von Überfällen, Raubzügen, Vergewaltigungen und Brandstiftungen verschont. Manchmal waren die Vergehen an den Zivilisten auch einfach nur Teil eines Konkurrenzkampfes mit den Gegnern.

Daneben kam es vor, dass die Bewohner der jeweiligen Ortschaften gefoltert wurden, um so an wichtige Informationen zu gelangen. Auch Brecht schildert eine ähnliche Situation, in der Bauern bedroht und zur Beihilfe gezwungen werden. Die Söldner planen hier einen Überfall auf die Stadt Halle (vgl. »Mutter Courage und ihre Kinder«, Szene 11).

Die Religionszugehörigkeit der Landsknechte war zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs noch von entscheidender Bedeutung. Gehörte man, wie auch der Sohn der Courage, zum Heer des Schwedenkönigs Gustav, so war man Protestant. Kämpfte man hingegen an der Seite des kaiserlichen Feldherrn Tilly, so gehörte man dem katholischen Glauben an.

Je weiter der Dreißigjährige Krieg fort...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen