Historischer Hintergrund

Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg vereinte religiöse, staatliche und herrschaftliche Konflikte in sich. Dazu gehörten Streitigkeiten zwischen den Katholiken und Protestanten, zwischen den kaiserlichen und fürstlichen Interessen sowie zwischen den europäischen Staaten. Der Verlauf des Kriegs kann in vier Phasen gegliedert werden. Auf den böhmisch-pfälzischen Krieg (1618-1623) folgte der niedersächsisch-dänische Krieg (1625-1629), darauf der schwedische Krieg (1630-1635) und schließlich der schwedisch-französische Krieg (1635-1648).

Die konfessionellen Spannungen konnten durch den Augsburger Religionsfrieden von 1555 nicht behoben werden und verschärften sich im Zuge der Gegenreformation. Während die protestantischen Fürsten 1608 das Militärbündnis „Union“ gründeten, schlossen sich die katholischen Fürsten unter Maximilian I. von Bayern zur „Liga“ zusammen. Folglich wurde im Heiligen Römischen Reich nicht nur eine religiöse, sondern auch eine politische und militärische Spaltung vollzogen.

Die Lage eskalierte in Böhmen, einem Teil des heutigen Tschechiens. Dort kam es zu Konflikten zwischen der Regierung der katholischen Habsburger und der protestantischen Bevölkerung inklusive des Adels. Nachdem die Habsburger eine evangelische Kirche hatten abreißen lassen, demonstrierten die Protestanten unter Berufung auf die ihnen einst von Kaiser Rudolf II zugestandene Religionsfreiheit. Am 23. Mai 1618 zog eine protestantische Gesandtschaft auf die Prager Burg und improvisierte dort einen Schauprozess. Währenddessen wurden zwei königliche Statthalter von böhmischen Ständevertretern aus dem Fenster geworfen. Der sogenannte „Prager Fenstersturz“ ging als Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs in die Geschichtsbücher ein.

Böhmisch-pfälzischer Krieg

König Ferdinand, der versucht hatte, die Gegenreformation in Böhmen durchzusetzen, wurde nach dem Fenstersturz von böhmischen Ständen abgesetzt und durch den pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. ersetzt. Was einst als Aufstand begann, weitete sich nun zu einem Reichskonflikt aus. Der nunmehr zum Kaiser ernannte Ferdinand gewann mithilfe der „Liga“ und dessen Feldherrn Tilly die Herrschaft der Habsburger über Böhmen zurück. Der Katholizismus wurde zur Zwangsreligion erhoben, die führenden Protestanten wurden enteignet, ausgewiesen oder hing...

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