Pieter Lamb

Der geschäftstüchtige Koch

Der aus Utrecht stammende Pieter Lamb arbeitet während des Dreißigjährigen Krieges als Koch des schwedischen Regiments. Er ist mit seiner Arbeit unzufrieden und beklagt sich über den fortwährenden Verpflegungsnotstand im Krieg sowie die unverhältnismäßigen hohen Ansprüche seiner Vorgesetzten: „Ich soll ihnen aus Baumwurzeln und Schuhleder was zusammenpantschen, und dann schütten sie mir heiße Suppe ins Gesicht“ (S. 81).

Der Holländer und die fahrende Händlerin Anna Fierling, genannt Mutter Courage, begegnen sich zum ersten Mal 1626 im schwedischen Lager in Polen. Die Marketenderin will ihm einen Kapaun (einen kastrierten und gemästeten Junghahn) verkaufen und beide feilschen intensiv um den Preis. Dabei stehen sie einander in Schlagfertigkeit und Geschäftstüchtigkeit in nichts nach.

Der patente Koch lässt sich jedoch schlussendlich von der Courage in die Ecke drängen. Weil just der Feldhauptmann mit einem Gast zum Essen erscheint und ungeduldig nach Fleisch verlangt, kann Anna Fierling bei ihm einen völlig überzogenen Preis herausschlagen (vgl. S. 23). Im Gegenzug verlangt der schelmische Lamb von der Händlerin, ihr den Hahn wenigstens zu rupfen – und so bilden die beiden bereits zu Beginn des Stückes eine für beide Seiten vorteilhafte Arbeitsgemeinschaft.

Drei Jahre nach der ersten Begegnung treffen Lamb und Fierling im Feldlager eines finnischen Regiments erneut aufeinander (vgl. S. 33). Dabei wird deutlich, dass der beharrliche Regimentskoch ein Auge auf die Marketenderin geworfen hat. S...

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