Bildhafte Sprache und fehlerhafte Inhalte

Die Sprache der »Dreigroschenoper« ist sehr bildhaft formuliert. Viele Aussagen lassen sich lediglich über Umwege oder mithilfe von Hintergrundwissen interpretieren. Dies betrifft neben den bereits erwähnten Bibelanspielungen auch eine Reihe von historischen und mythologischen Vergleichen. Diese werden insbesondere von Jonathan Peachum und Mackie Messer vorgenommen.

Allerdings ist das Wissen der beiden Charaktere nur lückenhaft, sodass die Analogien mitunter unstimmig sind. Beispielsweise vergleicht Macheath die Freundschaft zwischen ihm und Polizeichef Brown sowohl mit Kastor und Pollux als auch mit Hektor und Andromache (S. 35). Bei diesen handelt es sich um bekannte Figuren der griechischen Mythologie. Im ersten Fall ist der Vergleich durchaus passend, da Kastor und Pollux unzertrennliche Zwillingsbrüder waren. Die Ehe zwischen dem trojanischen Helden Hektor und seiner Frau Andromache ist hingegen nicht unbedingt vergleichbar mit der Männerfreundschaft.

Der Bettlerkönig Jonathan Peachum rühmt sich ebenfalls mit seiner bürgerlichen Allgemeinbildung als er Sheriff Brown mit einer erfundenen Anekdote aus dem …

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