Exilliteratur und Kapitalismus

„Der gute Mensch von Sezuan“ gehört zum Genre der Exilliteratur. Die Exilliteratur, auch als Emigrantenliteratur bezeichnet, umfasst alle Werke, die im Exil verfasst wurden. Die literarische Produktion der unter dem Nazi-Regime emigrierten Gegner des Nationalsozialismus gehört dazu. Berühmte Exilautoren sind unter anderem Oskar Maria Graf, Heinrich Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Erich Maria Remarque, Carl Zuckmayer und Anna Seghers. Als Dramatiker und Literaturtheoretiker ist Brecht ein wichtiger Repräsentant der Exilliteratur.

In Deutschland sind die Nationalsozialisten um 1930 auf dem Vormarsch. Brecht ist klar, dass er nicht im Land bleiben kann, ohne in sehr große Schwierigkeiten zu geraten. Brecht ist Marxist, und er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, sich gegen die faschistischen Strömungen, welche in den 1920er- und 30er-Jahren Zuwachs haben, auszusprechen. Aus politischen Gründen fühlt er sich gezwungen, aus Deutschland zu fliehen. Bertolt Brecht hält sich während der vielen Jahre, in der er an seinem Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ arbeitet, in verschiedenen Ländern auf.

Die politischen Ereignisse, welche Deutschland in den 1930er-Jahren zur nationalsozialistischen Diktatur werden lassen, stellen allerdings direkt nicht den Hintergrund für die Handlung von „Der gute Mensch von Sezuan“ dar. Das Stück ist vielmehr eine generelle und grundsätzliche Kritik an dem Übergreifen des Kapitalismus nach dem Durchbruch der Industrialisierung, der sich...

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