Analyse Szene 8

Die achte Szene in „Der gute Mensch von Sezuan“ hebt sich durch ihre Gestaltung von den anderen Szenen ab. Hier tritt eine Nebenfigur, die Mutter des Yang Sun, als Erzählerin auf. Die eigentliche Handlung wird von ihr als Rückblende präsentiert. Normalerweise sind alle Szenen vorgehende Geschehnisse, und auch wenn die Figuren sich manchmal an das Publikum wenden, haben sie nicht die Funktion des Erzählers einer bereits vergangenen Geschichte. Diese überraschende Veränderung in der Gestaltung stößt den Zuschauer wieder einmal darauf, dass er ein Theaterstück sieht. Die ganze Szene 8 könnte man daher auch als einen V-Effekt auffassen.

Im Vordergrund der Bühne ist ein Zustand dargestellt, nämlich ein Arbeitstag in der Tabakfabrik des Shui Ta: „Hinter Gittern hocken, entsetzlich zusammengepfercht, einige Familien […]“, (S. 111).

Die Erzählerin, Frau Yang, behandelt diese Darstellung wie eine Visualisierung dessen, was sie erzählt: Sie tritt vor das Bühnenbild und richtet ihre Rede „zum Publikum“ (ebd.). Sie beginnt mit den Worten „Ich muß Ihnen berichte...

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