Postmoderne

Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ aus dem Jahr 1995 wird der literarischen Epoche der Postmoderne zugeordnet. Die Bezeichnung „Postmoderne“ lässt sich allerdings nur schwer definieren. Der Begriff kommt auch unter anderem in der Architektur oder der Kunst vor. Die Bezeichnung Postmodernismus wurde vermutlich zuerst um 1930 von Frederico de Onis verwendet. Schriftsteller, Musiker und Künstler griffen die Bezeichnung auf und bezogen sie auf das eigene Schaffen, welches sich von der Moderne abgrenzte. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts spricht man in der Literatur von Postmoderne.

Postmodernes Schreiben wirft Fragen nach der Grenze zwischen Sprache und Bild/Inhalt auf und inwieweit Realität in Schrift ausgedrückt werden kann. Auf den Roman von Schlink lässt sich das insoweit beziehen, als dass der Autor darauf verzichtet, Szenen aus Konzentrationslagern explizit wiederzugeben und zu beschreiben. Es wird nicht versucht, mithilfe des Mediums Sprache die vergangenen Verbrechen der Nationalsozialisten zu rekonstruieren. Dies geschieht vielleicht aus dem Grund, dass über das Thema nur schwer so geschrieben werden kann, dass die Grausamkeit der Verbrechen in ihrer Gesamtheit überhaupt erfasst werden kann. Stattdessen legt Bernhard Schlink in seinem Roman den Fokus auf die Reflektion der Menschen und versucht, so die Geschehnisse zurück ins Gedächtnis zu rufen.

Die Erzählerfigur im postmodernen Roman steuert und strukturiert den Roman bewusst. Es findet ein durchorganisierter Gebrauch von sprachlichen Mitteln statt, bis hin zum Spiel mit rhetorischen Mitteln und sprachlichen Formulierungen (dazu auch der Begriff „Sprachspiel“, geprägt durch Ludwig Wittgenstein). Nichtsdestotrotz ist Sprache auch mit Ästhetik, Rhythmik und Schönheit in den Formulierungen verbunden.

Das Erzählen in der Postmoderne ist oft fragmentarisch. Des Weiteren wird eine Ähnlich...

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