August Stramm

August Stramm wird 1874 in Münster geboren und besucht in Aachen das Gymnasium. Gegen den Willen des Vaters absolviert er eine Berufslaufbahn im Postdienst in Aachen und in Berlin, wo er 1914 Postdirektor im Reichspostministerium wird. In Halle und Saale studiert Stramm Philosophie und promoviert im Jahr 1909. Stramm wird als Hauptmann der Reverse in den Krieg eingezogen und ihm wird schließlich die Position des Bataillonskommandeurs übertragen. Er fällt im Jahr 1915 im heutigen Weißrussland.

Seit 1902 ist Stramm literarisch tätig und verfasst verschiedene Dramen. Bekannt wird er aber vor allem durch seine Gedichte, die aufgrund ihrer experimentellen Form als Paradebeispiele für die Lyrik des Expressionismus gelten. In Herwarth Waldens expressionistischer Literaturzeitschrift „Der Sturm“ erscheinen seine ersten Gedichte, es folgen die Gedichtbände „Du“ (1915) und „Tropfblut“ (1919).

Stramms Lyrik zeigt ein hohes Maß an expressivem Ausdruck. Seine Gedichte versprachlichen ein Höchstmaß an Subjektivität. Das lyrische Ich steht der es umgebenden Welt konträr gegenüber. Mithilfe einer stark verdichteten Sprache, von Wortverkürzungen, zahlreichen Wortneuschöpfungen, sich steigernden Wortreihungen und mithilfe einer aufgebrochenen Satzstruktur wird die menschliche Psyche eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Die Wortwiederholungen sind dabei oft so kurz und prägnant, dass sie wie ein Aufschrei gelesen werden können. Stramms experimentelle Lyrik beeinflusste viele Lyriker des Dadaismus.