Kommentar

Definition

In einem journalistischen Kommentar nimmt der/die Autor*in Stellung zu einem aktuellen Sachverhalt, Ereignis oder Thema. Damit bringt er/sie seine/ihre eigene Meinung zum Ausdruck und versucht, die Leser*innen zu überzeugen oder dazu anzuregen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Ein Kommentar ist ein subjektiver Text, der appelliert, Probleme aufzeigt, Fragen stellt oder aufrüttelt.

Laut dem Journalisten Walther von La Roche (1836-2010) kann man zwischen drei Kommentarformen unterscheiden:

  • Der Geradeheraus-Kommentar: Der/die Autor*in äußert ungeschminkt und häufig polemisch seine/ihre Meinung, ohne diese argumentativ weiter zu begründen.
  • Der Einerseits-andererseits-Kommentar: Der/die Autor*in ist selbst unschlüssig. Er/sie wägt Argumente und Gegenargumente gegeneinander ab und verdeutlicht dadurch seinen/ihren Leser*innen die Problematik dahin gehend, wie schwierig es ist, eine klare Meinung zum Thema zu entwickeln.
  • Der Argumentations-Kommentar: Der/die Autor*in vertritt eine Meinung und versucht, die Leser*innen argumentativ zu überzeugen – auch unter Einbeziehung der Gegenposition. (Quelle)

Im Deutschunterricht wird der Argumentations-Kommentar als Aufsatz verwendet. Dabei sollen die Schüler*innen die unterschiedlichen Ansichten eines Textes gegeneinander abwägen und analysieren, um ihre eigene klare Meinung mit fundierten Argumenten zu vertreten. 

Die grundlegenden Elemente des Kommentars sind die inhaltlich kurze und korrekte Darstellung des kommentierenden Sachverhalts, die argumentative Auseinandersetzung damit sowie die klare Positionierung des/der Autor*in.

Schreibplan

Vorbereitung

Lies die Problemfrage in der Aufgabenstellung und alle Materialien gründlich durch. Unterstreiche die wichtigsten Aussagen. Notiere gleich in Stichworten die Einfälle, die Dir beim Lesen der verschiedenen Materialien kommen. Definiere Deine Position in Bezug auf die Thematik sowie die Reihenfolge, in der Du Deine Argumente am sinnvollsten vorlegen willst. Ein durchdachter und logischer Aufbau des Textes vermeidet Wiederholungen und interne Widersprüche.

Titel und Einstieg

Die kurze und prägnante Überschrift ist der Köder, mit dem Du versuchen sollst, die Aufmerksamkeit des Rezipienten zu wecken. Sie darf plakativ, polemisch oder provokativ formuliert sein. Die Überschrift kann rhetorische Stilmittel, wie Assonanzen, Alliterationen, Wortspiele oder Metaphern, enthalten, um einen besonderen Effekt zu erzielen.

Beispiele: 

  • "Sag NEIN zu NIKE" (Alliteration)
  • "Kann "Fast Fashion" nachhaltig werden?" (Rhetorische Frage)
  • "Ihre Designerschuhe hinterlassen CO2-Fußabdruck" (Wortspiel)

Der Einstieg besteht einerseits aus einer knappen und schlichten Zusammenfassung des Sachverhalts, umfasst meistens nur wenige Sätze, beinhaltet dabei jedoch eine Äußerung, die Deinen Standpunkt bereits verdeutlicht. Dazu können als Hintergrundinformation zum Beispiel eine Statistik oder ein provozierendes Zitat dienlich sein.

Hauptteil

Die Formulierung Deiner Meinung erfolgt dann im Hauptteil und stellt den Kern des Kommentars dar. Du sollst nun versuchen, die Gegenargumente zu entkräften – entweder durch ein direktes Abwägen der Pro- und Contra-Standpunkte oder durch eine lineare Auflistung der schwächsten bis hin zu den stärksten Argumenten. Hier wird auf nachprüfbare Fakten verwiesen, unpräzise Verallgemeinerungen oder private Erfahrungen überzeugen weniger. 

Deine klar formulierte Meinung soll mit vernünftigen und sachlichen Argumenten und Informationen begründet und untermauert werden. Die „Ich- Erzähler“ Perspektive gehört nur gezielt in Ausnahmefällen in einen Kommentar. Deine Thesen und Argumente sollen allgemeingültig und überzeugend wirken.

Der Sprachstil eines Kommentars ist meistens schlicht, präzise und kann leicht ironisch oder humoristisch sein. Der Satzbau sollte jedoch klar und einfach bleiben. Der Text kann wohldosierte Sprach- und Stilmittel, Zuspitzungen und passende Zitate enthalten und endet gern mit einer Pointe. Beleidigungen und Schmähkritik haben hier selbstverständlich keinen Platz.

Schlussteil

Der Schlussteil soll aussagekräftig sein. Er geht auf die Anfangsthese ein und fasst Deine Position in nur wenigen Sätzen zusammen. Der krönende Abschluss wird häufig an eine Forderung, an einen Kompromissvorschlag oder an eine Prognose geknüpft und kann rhetorische Fragen oder treffende Lösungsvorschläge enthalten. 

Der Name des/der Autor*in wird immer am Ende eines Kommentars genannt. Nach dem Verfassen des Kommentars ist es ratsam, Deinen Text noch einmal gründlich dahin gehend durchzulesen, um zu überprüfen, ob er schlüssig und nachvollziehbar ist.