Auerhaus als Schutzzone und idealer Ort

Ideale Gemeinschaft

Nach seinem Aufenthalt in der Psychiatrie raten die Ärzte Frieder dringend, bei seinen Eltern auszuziehen. Er darf dann mit drei seiner Klassenkameraden in das leerstehende Haus seines Großvaters einziehen. Zwei Außenseiter, die beide einen Zufluchtsort nötig haben, schließen sich den vier Abiturienten im Auerhaus zu Weihnachten an.

Beim Auerhaus handelt es sich um eine freie und antiautoritäre Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Gesetzen funktioniert. Obwohl die sechs Jugendlichen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammen, finden sie zu wahrer Freundschaft und Solidarität zusammen. Frieder, Höppner und Vera stammen aus Arbeiterfamilien, machen aber das angesehene Abitur. Cäcilia kommt aus einem außerordentlich reichen Elternhaus und absolviert ebenfalls den höchsten Schulabschluss. Harry hat hingegen eine Lehre als Elektriker angefangen, anstatt das Abitur abzulegen, und Pauline hat nicht einmal den Hauptschulabschluss geschafft. Trotzdem wird im Auerhaus niemand wegen seiner Herkunft oder seiner geringeren Bildung diskriminiert. Die heterogene sechsköpfige Gruppe hat keinen Anführer. Alle ihrer Mitglieder sind gleichberechtigt, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.

Das Leben im Auerhaus gleicht dem in einer richtigen Familie. Die Jugendlichen führen einen gemeinsamen Haushalt und verbringen all ihre Zeit miteinander: „Jedenfalls, wir lebten ein richtiges Leben mit Aufstehen und Frühstückmachen und Federballspielen, mit Essenbesorgen und zusammen Kochen.“ (S.60). Schon nach kürzester Zeit fühlen sie sich in der Mitte ihrer neuen Gemeinschaft befreit und geborgen. Höppner geht beispielsweise schon nach kurzer Zeit nicht mehr so gebückt wie in seinem Elternhaus umher (vgl. S.59) und verspürt das Gefühl, dass die anderen auf ihn achtgeben (vgl. S.90). Bald schon fühlen die Jugendlichen sich im Auerhaus mehr zuhause als in ihren eigenen Elternhäusern: „Zuhause war ich eigentlich im Auerhaus. Aber das verstanden bloß die, die auch im Auerhaus zuhause waren.“ (S.99).

Das Auerhaus als Wohngemeinschaft der sechs gleichaltrigen Jugendlichen ist am Anfang...

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