Selbstmord

Suizidgedanken bei Jugendlichen

Die Themen Suizid und Depression sind in Deutschland immer noch Tabuthemen, die in der Öffentlichkeit nicht in ausreichendem Maß diskutiert werden, obwohl Selbstmorde eine häufige Todesursache sind. Im Schnitt töten sich in Deutschland 10.000 Menschen im Jahr, 100.000 weitere versuchen es, überleben ihre Suizidversuche aber. In der Altersgruppe der 15-25-jährigen ist Selbstmord sogar die zweithäufigste Todesursache. Generell sind Männer mit 70% häufiger betroffen als Frauen (Quelle).

2019 haben sich in Deutschland 9.041 Menschen das Leben genommen, Diese Anzahl ist doppelt so hoch wie die Zahl der jährlichen Verkehrstoten. Im Jahr 1980, also zu der Zeit, in welcher der Roman „Auerhaus“ angesiedelt ist, war die Zahl der Selbsttötungen mit 18.451 mehr als doppelt so hoch. Ein Grund dafür, dass die Zahl der Selbstmorde abgenommen hat, kann darin begründet liegen, dass Präventionsprogramme Wirkungen zeigen und dass mittlerweile eine größere Bandbreite an Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten für Suizidgefährdete und ihre Angehörigen zur Verfügung steht.

Depression und Suizid

90% derjenigen, die einen Suizid verüben, haben zuvor an einer psychischen Erkrankung gelitten, am häufigsten (50%) an einer Depression. Bei einer Depression leiden Betroffene an Symptomen, wie Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit und fehlenden Glücksgefühlen. Ohne ärztliche Behandlung ist es für Betroffene so gut wie unmöglich, ihre Lebensqualität und ihren Lebensmut wiederzuerlangen. Depressionen sind die Hauptursache von Suiziden und ihre Behandlung ist ein wichtiger Schlüssel dafür, Selbstmorde zu verhindern (Quelle).

Auch Frieder im Roman „Auerhaus“ leidet unter Depressionen und nimmt regelmäßig Antidepressiva zu sich, von denen Höppner sagt, dass sie seinen Lebensmut mehrmals täglich wiederherstellen: „Antidepressiva, das war wie Mut ansaufen, dachte ich. Ein bis drei Mal täglich Lebensmut ansaufen.“ (S.126).

 In einer Diskussion mit Pauline ärgert sich Höppner darüber, dass Frieders Lebensqualität mittlerweile nur noch „von irgend so einem Chemiedreck“ (S.127) abhängt. Pauline weist ihn aber treffenderweise darauf hin, dass die Antidepressiva bei Frieder nur die Gefühle auslösen, die bei anderen Menschen selbstverständlich sind: „Wenn du keine Medikamente nimmst, ist es doch genauso, dass alles von der Chemie abhängt. (…) Nur dass du den Chemiedreck selber herstellst im Gehirn oder wo. Traurig, glücklich, gelangweilt, geil, verliebt, das macht alles dein eigener Chemiedreck in dir.“ (S.128).

Die schwierige Periode der Adoleszenz

Ein Selbstmord oder ein Selbstmordversuch kann selten auf eine einzelne Ursache oder einen einzelnen Faktor zurückgeführt werden. Auch bedeutet eine psychische Erkrankung, wie eine Depression, n...

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