Adoleszenz und Auerhaus

Definition Adoleszenz 

Der Begriff der Adoleszenz stammt ursprünglich aus der Entwicklungspsychologie. Er bezeichnet den Lebensabschnitt, in dem ein Kind zum Erwachsenen heranreift. Die Adoleszenz umfasst eine Zeitspanne von etwa zehn Jahren zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter (etwa vom 10.-20. Lebensjahr). Diese Phase ist auch durch die Pubertät mit ihren körperlichen und seelischen Veränderungen sowie die Herausbildung der Geschlechtsreife gekennzeichnet. 

Typischerweise wird diese Entwicklungsphase von zahlreichen Konflikten und Spannungen geprägt. Innerhalb der Pubertät werden die Heranwachsenden stark von Emotionen getrieben und neigen nicht immer zu rationalen Entscheidungen. Sie können in dieser Periode unter Selbstzweifeln und Unsicherheiten leiden, sammeln häufig ihre ersten sexuellen Erfahrungen und entdecken ihre sexuelle Identität. Außerdem lösen sie sich meistens in dieser Zeit von ihren Elternhäusern, was ebenfalls mit Auseinandersetzungen und Anspannungen verbunden sein kann.

Die Jugendlichen im Auerhaus sind alle 18 Jahre alt. Sie befinden sich noch immer auf der Suche nach der eigenen Persönlichkeit, entdecken die Liebe, werden von Selbstzweifeln geplagt und sind bestrebt, sich über die Regeln und Gesetze der Erwachsenenwelt hinwegzusetzen. Diese Prozesse sind mit Krisenerfahrungen und der Notwendigkeit verbunden, die unterschiedlichsten Probleme zu bewältigen.

Auerhaus und die Liebe

Obwohl die Jugendlichen im Auerhaus alle das gleiche Alter haben, verfügen sie über sehr unterschiedliche sexuelle Erfahrungen und teilen die unterschiedlichsten Ansichten im Hinblick auf Liebe und Sexualität. 

Frieder und Höppner sind die Unerfahrensten unter den Jugendlichen, da sie beide noch nie mit einer Frau geschlafen haben (vgl. S.92f.). Die mangelnde sexuelle Erfahrung ist Höppner durchaus peinlich. Erst als Frieder ihm verrät, noch nie Sex gehabt zu haben, traut er sich, ihm zu verraten, dass auch er noch Jungfrau ist: „Ich war mir nicht sicher, ob ich jetzt nicht zu viel verriet. (…) Frieder hatte schon so viel von sich verraten, da war es eigentlich richtig, wenn ich auch was zugab.“ (S.93).

Vera, Harry und wahrscheinlich auch Pauline haben hingegen schon mehrere erotische Erfahrungen gesammelt. Vera vertritt eine sehr liberale Einstellung im Hinblick auf die Liebe. Sie befürwortet polyamouröse Beziehungen und hat neben ihrem festen Freund noch regelmäßig Affären mit anderen Männern (vgl. S.94). Auf der Silvesterparty im Auerhaus schläft sie sogar mit dem sich als homosexuell identifizierenden Harry (vgl. S.125f.). 

Harry ist in vielerlei Hinsicht ähnlich liberal. Er identifiziert sich zwar als homosexuell, hat aber nichts dagegen, auch mit einer Frau sexuell intim zu werden. Er ...

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