Höppner

Der faule Abiturient

Höppner ist die Hauptfigur des Romans „Auerhaus“. Er wird immer nur mit seinem Nachnamen angeredet. Seinen Vornamen erfahren die Lesenden nicht. Er nennt sich selbst Höppner Hühnerknecht, und zwar in Anlehnung an seinen Nebenjob in einer Hühnerfarm, in der er zwei Mal in der Woche abends Hühner in Boxen packt, damit sie zum Schlachter gebracht werden können (vgl. S.32f.).

Der Ich-Erzähler ist 18 Jahre alt und macht gerade sein Abitur im örtlichen Gymnasium „Am Stadtrand“. Er ist sich bereits zu Beginn des neuen Jahres nicht sicher, ob er das Abitur bestehen wird (vgl. S.133). Trotz seiner schlechten Ausgangssituation sieht er jedoch davon ab, für seine Prüfungsfächer zu lernen: „Ich konnte mich nicht entscheiden, auf welches Prüfungsfach ich zuerst nicht lernen sollte.“ (S.138). Über sein Aussehen erhalten die Leser*innen nur wenige Informationen. Er bezeichnet sich selbst als nicht besonders kräftig (vgl. S. 213), hat einen leichten Sprachfehler und lispelt (vgl. S.153).

Die problematische Familie

Höppner wohnt mit seiner Mutter, ihrem von ihm ungeliebten Freund und seinen beiden jüngeren Schwestern zusammen in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Stuttgart, und zwar direkt am Rand der Schwäbischen Alb. Sein Vater lebt schon seit mehreren Jahren nicht mehr (vgl. S. 63). Wann und wie Höppners leiblicher Vater gestorben ist, verrät der Roman nicht. Aber an einer Stelle des Romans offenbart Höppner den Lesenden, dass er bereits einen Toten gesehen hat (vgl. S.167). Es ist nicht auszuschließen, dass er hier Bezug auf seinen verstorbenen Vater nimmt.

Seine Mutter ist Supermarktverkäuferin und sein Stiefvater Malergeselle. Gegen den Freund seiner Mutter verspürt Höppner einen regelrechten Hass, er bezeichnet ihn nur als den F2M2 – den „fiesen Freund meiner Mutter“ (S.11). Der F2M2 ist vor ein paar Jahren bei Familie Höppner eingezogen und seitdem damit beschäftigt, das Haus nach seinen Wünschen umzugestalten. Zu Höppners Bedauern fordert er dabei ständig seine Hilfe an, auch wenn er ihn dann die ganze Zeit als „schwächlich“ und „ungeschickt“ bezeichnet (vgl. S.12).

Am Freund seiner Mutter stört ihn nicht nur, dass er ihn ständig für seine Malerarbeiten einspannt, sondern auch, dass er ständig eingeschnappt ist, wenn Höppner allein Zeit mit seiner Mutter verbringt (vgl. S.51). Außerdem gefällt es ihm überhaupt nicht, dass der F2M2 seine ältere Schwester, die gerade in die Pubertät kommt, ständig auf anzügliche Weise anstarrt (vgl. S.51). Der Jugendliche kann nicht verstehen, dass eine Frau wie seine Mutter sich mit einem solchen Mann abgeben kann, und denkt: „Die klügsten und freundlichsten Frauen hatten die dümmsten Arschlöcher zum Mann.“ (S.51)

Trotz seiner Abneigung gegen den F2M2 sucht der konfliktscheue Höppner aber nie die offene Konfrontation mit ihm. Um ihm zu entgehen, zieht sich Höppner in seinem Elternhaus meistens in sein Zimmer zurück und guckt stundenlang fern (vgl. S.12). Manchmal reißt er für ein paar Tage von Zuhause aus, um mit seiner Freundin Vera durch die verschiedensten Städte in Deutschland zu trampen (vgl. S.11). . Statt dem F2Ms seine Meinung offen ins Gesicht zu sagen, schreibt er beim Handwerken lieber klammheimlich Beleidigungen unter die Tapete (vgl. S.13) oder verlässt das Haus seiner Mutter, bevor es zu einem Streit kommen kann. An Heiligabend meldet er sich beispielsweise zu einer ehrenamtlichen Arbeit im Gemeindesaal, um „nicht bis zum Streit bleiben zu müssen“ (S.101).

Als Höppner wenig später mit den anderen Jugendlichen ins Auerhaus einzieht, tut er dies auch aus dem Bedürfnis heraus, dem F...

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