Frieder

Der begabte „Bauer“

Frieder Wittlinger verkörpert neben Höppner die zweite Hauptperson des Romans „Auerhaus“. Er ist 18 Jahre alt, hat lange braune Locken (vgl. S.60) und macht zusammen mit Höppner, Vera und Cäcilia sein Abitur auf dem Gymnasium „Am Stadtrand“. Anders als viele seine Mitschüler stammt Frieder aus sehr einfachen Verhältnissen und wächst auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. In der Schule wird er wegen seiner Herkunft immer aufgezogen und von allen immer nur mit „der Bauer“ (S.27) angeredet. Auch nach seinem Einzug ins Auerhaus hilft er weiterhin noch bei seinen Eltern auf der Farm aus (vgl. S.98).

In der Erzählung gibt es Hinweise darauf, dass Frieders Eltern einen streng religiösen Glauben vertreten und ihren Sohn streng erzogen haben. Nach Frieders Selbstmord verkündet sein Vater, dass Gott seinen Sohn strafen wird (vgl. S.232). An einer anderen Stelle erklärt Frieder Höppner, dass ein Dieb für seine Eltern noch schlimmer sei als ein Selbstmörder (vgl. S.88).

Frieder ist sehr begabt. Schon als kleiner Junge hat er andere Leute durch seine überdurchschnittliche Intelligenz beeindruckt. Der örtliche Polizeibeamte Bogatzki charakterisiert ihn deshalb als „speziell“ (S.150), weil er schon als Zehn- oder Zwölfjähriger einen Plan entworfen hat, mit dem sein Vater beim Düngen eine halbe Stunde Zeit sparen konnte (vgl. S.150).

Obwohl Frieder kurz vor dem Abitur wegen seines Selbstmordversuches kaum am Unterricht teilnimmt, wird er die Schule wahrscheinlich mit einem „Einskommabisschen“-Schnitt (S.95) abschließen. Er ist so begabt in Physik, dass er Höppner jedes noch so komplexe wissenschaftliche Phänomen in einfachen Worten erklären kann (vgl. S.29). Er hätte laut Höppner ohne Probleme Matheprofessor oder Atomphysiker werden können (vgl. S.95). In Höppners Fantasie eines alternativen Endes wird Frieder Professor an der Technischen Hochschule Aachen und gehört zum „engsten Kreis der Anwärter auf den Physik-Nobelpreis.“ (S.204).

Frieders erster Selbstmordversuch

Am Anfang der Erzählung erfahren die Lesenden, dass Frieder versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Über einen längeren Zeitraum hinweg hat er seiner Mutter immer wieder Schlaftabletten entwendet. Nachdem er genug für eine Überdosis gesammelt hatte, hat er die Tabletten direkt nach der Schule eingenommen, eine Zweiliterflasche Wein getrunken und sich anschließend in den Keller seines Elternhauses zurückgezogen. Nur durch einen großen Zufall wurde er dort noch rechtzeitig von seinem Vater gefunden (vgl. S.29).

Später erklärt Frieder, dass er bei seinem Selbstmordversuch ein gutes Gefühl verspürte: „In dem Moment, wo ich die Tabletten runtergeschluckt habe, da war ich irgendwie ganz da. Alles war gut. Ich war ganz selbstbewusst oder so. Wenn ich so ein Gefühl immer hätte, hätte ich die Tabletten gar nicht geschluckt. Aber um es zu haben, musste ich die Tabletten schlucken.“ (S.91f.). In dem Moment, in dem Frieder die Tabletten heruntergeschluckt, sei ihm alles gleichgültig gewesen (vgl. S.92). Er habe sich damit abgefunden, dass sein Leben bereits vorbei war und er viele Erfahrungen des Heranwachsens nun nicht mehr machen könne, z.B. wegzuziehen, das Abitur zu machen oder mit einer Frau zu schlafen (vgl. S.92).

Eintönigkeit in der Psychiatrie

Direkt nach seinem ersten Selbstmordversuch wird Frieder in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie „Schwarzes Holz“ eingeliefert, die er vorerst nicht verlassen darf. In der Anstalt kommt Frieder seinem Freund Höppner gebrochen und antri...

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