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Auerhaus

Das Auerhaus ist das Haus von Frieders verstorbenem Großvater. Es liegt mitten im Dorf, und zwar direkt neben der evangelischen Kirche (vgl. S.48). Mit seinem „Ziegeldach mit Moosflecken“ und seiner „Fassade aus weißen Eternitplatten“ (S.215) ähnelt es, aus der Ferne betrachtet, allen anderen Bauernhäusern in der Umgebung. Genau wie bei jedem anderen Grundstück existiert vor dem Auerhaus eine betonierte Einfassung, in der ein mit Brennnesseln überwucherter Misthaufen liegt (vgl. S.53). Trotzdem verleihen die Jugendlichen dem Auerhaus von außen schon bald einen persönlichen Touch: Ihr Briefkasten wird von Harry rosa angestrichen und setzt sich damit deutlich von denen der anderen Häuser ab (vgl. S.215).

Als Frieder, Höppner, Vera und Cäcilia ins Auerhaus einziehen, befindet es sich in einem baufälligen und heruntergekommenen Zustand. Unten im Haus riecht es nach „kaltem Lehm“ und „sauer nach Gülle“, oben liegt ein „Alteleutegeruch“ (S.48) in der Luft. Die Zimmer in den oberen Stockwerken sind nur äußerst spärlich möbliert (vgl. S.48). Im Badezimmer gibt es keinen Boiler mehr, stattdessen kleben dort überall „Dreck und Spinnweben auf den Kacheln“ (S.48). Und die Haustür ist „alt und klapprig“ (S.48). Erst als die Jugendlichen ins Haus einziehen, gestalten sie die Räume etwas wohnlicher: Höppner und Vera streichen ihre Zimmer in Orange, Frieder seines in Weiß und Hellblau (vgl. S.55).

Das Auerhaus bietet genug Platz für seine sechs Bewohner. Neben dem Hauseingang im Erdgeschoss liegt ein großer, gefliester Raum, der früher einmal die Wasch- und Schlachteküche war (vgl. S.49) und in dem Harry sein Zimmer einrichtet (vgl. S.112). Außerdem zweigt vom Hauseingang ein Durchgang zu einem kleinen Kuhstall ab, über dem der Heuboden liegt, auf dem Pauline sich häuslich einrichtet (vgl. S.112). Im oberen Stockwerk gibt es mehrere kleine Zimmer, die von Frieder, Vera, Cäcilia und Höppner bezogen werden (vgl. S.48), außerdem ein Badezimmer, eine Küche mit Holzherd und ohne fließend Wasser (vgl. S.48) und zuletzt einen fensterlosen Raum, den die Jugendlichen auf den Namen „Darkroom“ taufen (vgl. S.113). 

Der „Darkroom“ ist früher das Kinderzimmer in dem Bauernhof gewesen (vgl. S.234). Das Zimmer ist mit blaugestreifter Mustertapete ausgestattet und beinhaltet außerdem ein altes Bettgestell und einen zusammengerollten Teppich (vgl. S.49). Als die Jugendlichen im Auerhaus einziehen, kommen sie nicht auf die Idee, dass „in einem Zimmer ohne Luft und Tageslicht jemand hätte wohnen können.“ (S.114) In das Zimmer zieht deshalb auch niemand von ihnen ein. Die Jugendlichen benutzen es ausschließlich als Abstellkammer. Alles, was sie nicht mehr brauchen, laden sie dort ab, bis sie irgendwann kaum mehr in den Raum hineinkommen (vgl. S.114).

Ansonsten ist das Auerhaus noch mit einem Keller und einem Hühnerstall ausgestattet, in die aber niemand einzieht (vgl. S.114f.) Der Keller hat einen Fußboden aus Lehm und ist so niedrig, dass dort niemand aufrecht stehen kann. Im Frühjahr wird der Keller meistens unter Wasser gesetzt, seine Wände sind deswegen voller Streifen, welche die Wasserstände aus den Vorjahren anzeigen. Im Kellerboden ist außerdem ein Loch vorhanden, das mit einem „vermoderten Brett“ (S.115) abgedeckt wird und das früher als eine Art Kühlschrank gedient hat. Heute erfüllt das Loch jedoch keine Funktion mehr, die Jugendlichen haben dort nur einmal eine tote Ratte gefunden.

Der Hühnerstall liegt im Garten des Auerhauses. Er sieht so aus, als würde er „auf einer Wolke aus Brennnesseln schweben“ (S.115), da er auf hölzernen Stelzen gebaut wurde. Die Leiter, die zu ihm hinaufführt, ist vollständig mit Kot bedeckt, weswegen der Hühnerstall so aussieht, als wäre er seit Jahren nicht mehr geöffnet worden (vgl. S.115). In Wirklichkeit bewahrt Harry dort jedoch seine Drogen zum Dealen auf: „Harry hatte eine Hühnerkacketarnung geb...

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