Menschenbild

Bürgertum und „Belle Époque“

Obwohl Schnitzlers Traumnovelle erst 1925 erschien, zählt sie wie die meisten seiner Werke zur Epoche der Wiener Jahrhundertwende. Aber die Entstehungsgeschichte der Novelle erstreckt sich über einen Zeitraum von 18 Jahren. Schnitzlers erster Entwurf stammt aus dem Jahr 1907. Dafür, dass die Handlung zur Zeit der Jahrhundertwende spielt, spricht auch die Tatsache, dass in der Traumnovelle noch keine modernen Verkehrsmittel, wie Autos, erwähnt werden.

Das Werk entsteht in der Periode der „Belle Époque“ (aus Französisch „Schöne Zeit“), die die zwanzig Jahre vor dem Ersten Weltkrieg umfasst. Das Bürgertum, das in den Metropolen wohnt, fühlt sich materiell gesichert und ist optimistisch hinsichtlich der vielen zeitgenössischen technischen und wirtschaftlichen Fortschritte. Lebensgenuss und Sorglosigkeit bestimmen die Tagesordnung. Die Menschen wollen sich amüsieren und genießen die vielfältigen Kultur- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Der Maskenball und die Geheime Gesellschaft in Wien reflektieren diese Suche nach Amüsement und Freizügigkeit, die oft in den Cabarets stattfindet.

Wie allgemein in Schnitzlers Werken üblich, gehören auch die Protagonisten der Traumnovelle der gehobenen Gesellschafts...

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