Sex und gesellschaftlicher Stand

Sex ist im Prinzip klassenlos, denn er ist naturgegeben und nicht vom Menschen geschaffen. Und er bringt mit sich, dass es schwer zu erkennen ist, welche soziale Stellung die Menschen haben, eben weil sie oft dabei nackt sind, also z. B. nicht durch bestimmte Kleidungsstücke über ihren Reichtum Auskunft geben. Der Mensch aber schafft es, dass auch Sex mit sozialen Schichten in Zusammenhang gebracht wird. Es wird in der Welt des „Reigen“ z. B. als unschicklich angesehen, dass der höhergestellte Bürgersohn, der junge Herr, mit dem Stubenmädchen schläft, das sozial niedriger als er gestellt ist und für ihn arbeitet. Obwohl er sie eindeutig begehrt, ist er nach dem Akt „unangenehm berührt“ und will so schnell wie möglich der Situation entfliehen (S. 24).

Abgesehen von der Dirne, die Sex als Beruf ausübt, und der emanzipierten Schauspielerin, sind die Figuren in Schnitzlers Stück in starke soziale Strukturen eingebunden, auch wenn es darum geht, mit wem sie schlafen. Für eine bürgerliche verheiratete Frau gilt es als undenkbar, eine außereheliche Affäre zu haben. Deswegen ist die junge Frau so verzweifelt über die Situation, in der sie sich bef...

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