Stilmittel

Die Natürlichkeit der Sprache

Die Rede der Figuren in „Reigen“ ist sehr natürlich gestaltet. Wie in wirklichen Dialogen sind die Sätze nicht immer vollständig. Häufig rufen die Figuren Interjektionen aus. Besonders oft wird z. B. der Laut „Oh“ ausgerufen: „Von dem Kaffeehaus bin ich schon mit gar vielen z’ Haus gangen … oh! oh!-“, (S. 8). Aber auch ganze Worte stehen manchmal allein: „Möglicherweise! …“, (S. 106).

Auch kommt es vor, dass die Figuren emotional erregt sind und sich gegenseitig mit verschiedenen Bezeichnungen zeigen, was sie füreinander empfinden (oder es zumindest vortäuschen). Daher rufen sie in Form von Interjektionen häufig Anreden aus, z. B.:

„Hier, meine Einzige!“, (S. 88).

„Du Greis!“, (S. 109).

DIE JUNGE FRAU (ruft nach einer Weile): „Alfred!“, (S. 41).

DER JUNGE HERR: „Mein Schatz“, (S. 41).

Oft entstehen, wie auch im wirklichen Leben, Anakoluthe, also Satzabbrüche. Diese werden im „Reigen“ mit „…“ gekennzeichnet. Bei dem Grafen, der gerade erfährt, dass er im Vollrausch Sex mit der Dirne hatte, äußert sich seine Verwirrung auf diese Weise:

„Ich hab … wir sind zusammen … ja …

DIRNE: „Aber gleich bist eing’schlafen.“

GRAF: „Gleich bin ich … So … Also so war das! …“, (S. 118 f.)

In „Reigen“ findet man nicht so viele rhetorische Figuren wie in manch...

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