Sprache

Der volkstümliche Dialekt

So wie der Autor Schnitzler selbst stammen seine Figuren im „Reigen“ aus Wien. Der Dialekt der österreichischen Hauptstadt spielt eine wesentliche Rolle in der sprachlichen Gestaltung des Stückes. Besonders die Angehörigen der unteren sozialen Schichten, wie die Dirne, der Soldat und das Stubenmädchen, sprechen starken Dialekt. Auch das süße Mädel hat durchaus Elemente des Dialektes in der Sprache, doch sie sind nicht so ausgeprägt wie bei den drei Erstgenannten. Das entspricht seinen Lebensverhältnissen, denn es verbringt trotz seines niedrigen Standes viel Zeit in gehobenen Kreisen.

Zu dem Dialekt gehört, dass oft Vokale ausgelassen werden. Besonders häufig wird auf das u im Wort zu verzichtet. Die Auslassung wird mit einem Apostroph gekennzeichnet:

SOLDAT: „Das wär z‘viel!“ (S. 17).

Sowohl der Soldat, die Dirne als auch das Stubenmädchen sagen „z‘ Haus“ gehen (S. 8, 17), lassen also das u aus. Außerdem entfällt das e am Ende des letzten Wortes und die Präposition „nach“ wechselt zum „zu“.

Solche sogenannte Schwa-Laute, also e-Laute am Ende oder in der unbetonten Silbe eines Wortes, werden ebenfalls häufig ausgelassen:

SOLDAT: „[…] Ich muß (sic) in die Kasern‘!“, (S. 7).

DIRNE: „Ich heiß’ Leocadia“, (S. 10).

Wie das u im Wort „zu“ entfällt auch häufig die Silbe ge in Partizip-II-Konstruktionen:

STUBENMÄDCHEN: „Von dem Korporal mit dem auf’drehten Schnurrbart? […]“

SOLDAT: „Hat er Ihnen was ‘tan? Dem möchte ich’s zeigen! Was hat er Ihnen ’tan?“, (S. 13).

Dazu kommt die Auslassung des i-La...

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