Charakterisierung

Die Charakterisierungen dienen dazu, die wichtigsten Figuren aus Schnitzlers Novelle Leutnant Gustl (1900) vorzustellen und näher zu beschreiben. Berücksichtigt werden in diesem Zusammenhang neben ihrem Aussehen, ihrem Beruf und ihrer sozialen Stellung vor allem auch ihre zentralen Eigenschaften, die durch anschauliche Textbeispiele verdeutlicht und auf diese Weise auch gut nachvollziehbar werden.

Da Leutnant Gustl die Hauptfigur des Stücks verkörpert, wird er am ausführlichsten charakterisiert. Nicht nur seine Titel, sein Name, seine Familie,  sein soziales Umfeld und sein Schulgang werden geschildert und erklärt, sondern es werden auch wichtige Eigenschaften und Charakteristiken seiner Persönlichkeit sehr gründlich und ausführlich erläutert: Selbstwert, Neid und Aggressivität, Sehen und Gesehenwerden, Stolz und Ehre, Abhängigkeit vom Urteil anderer, Langeweile und Sinnlosigkeit. Auch die Beleidigung des Bäckermeisters und Gustls Reaktionen darauf werden unter die Lupe genommen.

Als weitere Figuren treten in der als innerer Monolog gestalteten Novelle nur noch der Bäckermeister Habetswallner und der Kaffeehaus-Kellner Rudolph handelnd in Erscheinung. Auch diese für die Entwicklung des Handlungsverlaufs sehr bedeutsamen Figuren werden in ihren wichtigsten Wesenszügen und in ihrer dramaturgischen Funktion beschrieben.

Außerdem werden mithilfe eines übersichtlichen Schaubildes die Beziehungskonstellation und das Verhältnis der Figuren untereinander schematisch dargestellt. Hierbei finden nicht nur jene Figuren Berücksichtigung, die handelnd in der Novelle auftreten, sondern auch jene zahlreichen Personen, über die Gustl in seinem inneren Monolog reflektiert. Da Gustl in seinen Gedanken hin- und herspringt und nicht kontinuierlich über die Beziehung zu seinen Mitmenschen nachdenkt, kann so das oft etwas unübersichtliche Beziehungsgeflecht entwirrt und verständlich veranschaulicht werden. Dies bietet eine gute Grundlage für ein tiefergehendes Textverständnis.