Zeitempfinden und Todesnähe

Der präzisen und linear verlaufenden Zeit steht Gustls inneres Zeitempfinden gegenüber, das im Laufe der Novelle eine fundamentale Wandlung erfährt: Zunächst langweilt er sich im Konzert und hat das Gefühl, die Zeit würde nur schleichend langsam vergehen. Außerdem bewahrt Gustl durch den Blick auf die Taschen- oder Kirchturmuhr stets den Überblick über den Zeitverlauf. Demnach ist er dazu imstande, die Zeit zu messen und sie dadurch auch exakt zu benennen. Dies ändert sich dann, nachdem Gustl seinen genauen Todeszeitpunkt auf „morgen Früh um sieben Uhr“ (S. 28) festgelegt hat.

Der unaufhaltsam näher rückende Zeitpunkt seines Todes verändert Gustls Zeitwahrnehmung in entscheidendem Maße: Offenbarte zu Beginn der Novelle der zwanghafte Blick auf die Uhr die Langeweile als Grundproblem seines Lebens, zeigt Gustls zunehmende Fokussierung auf die Zeit nach dem Entschluss zur Selbsttötung seinen neu erwachten...

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