Frauenbild

Widersprüchliches Frauenbild

Die Zeit nach dem Zusammenbruch der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn kann in vielerlei Hinsicht als widersprüchlich bewertet werden: Auf der einen Seite werden gerade in Bezug auf das Frauenbild Ideale, wie Ehre und Tugendhaftigkeit, hochgehalten. Dem stehen auf der anderen Seite Phänomene des Wertezerfalls, des radikalen Materialismus und der zunehmenden Ökonomisierung der menschlichen Beziehungen gegenüber. Gewinner jener Zeit waren dementsprechend Emporkömmlinge, Banker und skrupellose Geschäftsleute, wie der Inflationskönig Dorsday (vgl. hierzu Epoche „Wiener Bürgertum um 1900“).

In „Fräulein Else“ entlarvt Schnitzler diese Zwiespältigkeit, indem er insbesondere die Heuchelei des Wiener Bürgertums schonungslos offengelegt. Diese Doppelmoral ist dabei vor allem in dem widersprüchlichen Verhalten begründet, dass die Frauen gerade in sexueller Hinsicht an den Tag zu legen hatten: Demnach war es einerseits für die „höheren Töchter“ der Gesellschaft entscheidend, sich ...

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