Merkmale der Wiener Moderne in „Fräulein Else“

Subjektivität und Eindruck

Da sich Schnitzler in „Fräulein Else“ ebenfalls der Erzähltechnik des inneren Monologs bedient, die er im Vergleich zu „Lieutenant Gustl“ sogar noch verfeinert hat, kann die Monolognovelle als ein Paradebeispiel für die Stilrichtung der „Wiener Moderne“ gewertet werden. Hier geht es nicht darum, die Wirklichkeit naturgetreu zu schildern, sondern hier geht es im Zuge der Subjektivierung von Literatur darum, den Seelenregungen eines Menschen in seinen feinsten Nuancen nachzuforschen und diese dem Leser direkt und unmittelbar zugänglich zu machen, ohne sie einer Bewertung durch einen kommentierenden Erzähler zu unterwerfen: „Haha. Fred überschätzt mich. Ich hab ja eigentlich zu nichts Talent. – Wer weiß? So weit wie Bertha hätte ich es auch noch gebracht. Aber mir fehlt es an Energie. Junge Dame aus guter Familie. Ha, gute Familie“ (S. 20).

Durch die besonderen Erzähltechnik des inneren Monologs wird neben der äußeren, messbaren Zeit in der Novelle noch die Eben…

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Die Komplexität der Seelenstudie

Diesbezüglich wird die Komplexität der Seelenstudie in „Fräulein Else“ sogar noch einmal gesteigert: Ähnlich wie Gustl sieht sich auch Else durch die Bitte ihrer Eltern und Dorsdays Bedingung mit der Bedrohung ihres sozialen Ansehens konfrontiert. Zur Lösung ihres Dilemmas stehen ihr im Gegensatz zu Gustl keine vorgegebenen Handlungsmuster (Duell, Quittieren des Dienstes) zur Verfügung.

Während für Gustl ganz klar is…

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