Sprache und Stil

Einfachheit und Verständlichkeit

Sprache und Stil der Novelle sind recht einfach gehalten und – abgesehen von einigen französischen Vokabeln und älteren österreichischen Ausdrücken – gut verständlich. Dies Faktum hängt sehr eng mit der von Schnitzler gewählten Erzähltechnik des inneren Monologs zusammen: Vor allem in seinen beiden Monolognovellen …

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Annäherung an Mündlichkeit

In Bezug auf die sprachliche Gestaltung der Novelle ist es vor allem bedeutsam, dass wir es hier nicht mit ausgesprochener oder gar geschriebener Sprache zu tun haben, sondern mit Gedachtem und Unausgesprochenem. Sichtbar wird dies zum einen dadurch, dass sich Elses Überlegungen nicht immer kohärent entwickeln, sondern entsprechend einem natürlichen Gedankengang durch zahlreiche Gedankensprünge geprägt sind: „Ich kann die Cissy nicht leiden. Um ihr Mäderl kümmert sie sich überhaupt nicht. Was zieh ich an? Das Blaue oder das Schwarze?“ (S. 17), „Es wird dir nichts anderes übrig bleiben, Papa, du musst dich umbringen. – Die zwei kommen offenbar von einer Tour. Beide hübsch, er und sie“ (S. 37).

Um diese Gedanken möglichst authentisch wiederzugeben, zeichnet sich die Novelle durch einen an die M…

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Teilweise Verletzung der grammatikalischen Regeln

Vor diesem Hintergrund ist es auch verständlich, dass in Elses Bewusstseinsstrom die grammatikalischen Strukturen und Sinnbezüge nicht restlos aufgelöst werden. Stattdessen bestehen Elses Überlegungen meist aus grammatikalisch vollständigen Sätzen, wenngleich hin und wieder auch inkohärente und abgebrochene Sätze zu finden sind.

Diese in unvollständige Sätze gekleideten Gedankenfetzen nehmen mit steigernder psychischer Belastung im Laufe der Novelle immer mehr zu: Ist schon zu Beginn ihr Monolog durch ein stark assoziatives Spre…

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Figurensprache

Während die Monolognovelle größtenteils aus den Gedanken Elses besteht, werden doch auch immer wieder direkt zitierte Dialogpassagen in sie eingeflochten. Da die Sprachgestaltung individuelle Eigentümlichkeiten aufweist, lässt der Sprachgebrauch der zitierten Figuren Rückschlüsse auf deren Charakter zu.

So verrät der in einem sehr umständlichen Stil verfasste Brief von Elses Mutter ihre Unfähigkeit, sich gebildet auszudrücken, hier zum Beispiel: „Mein liebes Kind, du kannst mir glauben, wie leid es mir tut, dass ich dir in deine schöne Ferialwochen […] mit einer so unangenehmen Nachricht hineinplatze. […] Nun schließe ich, mein Kind, ich hoffe du wirst unter allen Umstä…

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Abnahme der Dialoge und Elses Sprachlosigkeit

Während Elses Sprachzerfall im Laufe der Novelle voranschreitet, nehmen im Zuge ihrer immer stärker werdenden Isolation die Zwiegespräche zwischen Else und ihren Mitmenschen ab: Sind zu Beginn der Novelle noch zahlreiche Dialoge zu finden – mit Cissy, Paul, der Marchesa und natürlich Dorsday – verweigert…

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