Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff wird am 10. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff bei Münster als Tochter der Therese von Droste-Hülshoff, geb. von Haxthausen, und des Freiherrn Clemens August von Droste-Hülshoff geboren. Die Familie gehört zum alten westfälischen Adel. Annette wächst mit ihrer Schwester und zwei Brüdern auf und wird streng katholisch erzogen. Sie erhält von ihrer Mutter und ihren Privatlehrern Hausunterricht und eine vielseitige Ausbildung. Sie ist leider häufig kränklich und wird ihr ganzes Leben mit gesundheitlichen Problemen kämpfen. Schon in ihrer Kindheit verfasst das begabte Mädchen lyrische Texte. In ihrer Jugend versucht sie sich mit Gedichten und anderen Literaturformen.

Annette von Droste-Hülshoff verliebt sich 1820 in den Jurastudenten und Literaten Heinrich Straube und fühlt sich gleichzeitig zum gutaussehenden Adelsspross Arnswaldt hingezogen. Das Verhältnis mit dem bürgerlichen und protestantischen Heinrich Straube wird aber durch eine Intrige ihrer Familie zunichte gemacht. Dieses Erlebnis zerstört das Vertrauensgefühl zu den Freunden und Verwandten und prägt das gesamte weitere Leben der Dichterin.

Annette reist 1825auf ärztlichen Rat zu Verwandten an den Rhein. Dort begegnet sie Karl Simrock, A. W. Schlegel und Adele Schopenhauer. Nach dem Tod des Vaters 1826 siedelt sie mit ihrer Mutter und Schwester in das nahegelegene Schloss Rüschhaus über, in dem sie die nächsten zwanzig Jahre lebt.

Ihre Schwester heiratet 1834 den adeligen Schriftsteller Laßberg und zieht mit ihm auf seinen Wohnsitz in die Schweiz. Annette besucht sie dort ein Jahr später und ist begeistert sie von den Bergen und Wäldern. Ihr erster Gedichtband wird 1838 veröffentlicht, findet aber nur geringe Beachtung.

Den Winter 1841 verbringt Annette in Meersburg am Bodensee, wo ihr Schwager Laßberg eine alte Burg erworben hat. Dort trifft sie den siebzehn Jahre jüngeren Schriftsteller Levin Schücking. Eine innige Freundschaft entwickelt sich zwischen den beiden. Schücking regt Annettes dichterisches Schaffen an und fördert sie intensiv, bevor er 1842 Meersburg verlässt. Diese Zeit ist für Annette literarisch sehr produktiv: „Die Judenbuche“ erscheint 1842 und ein zweiter Gedichtband, der ebenfalls Erfolg erzielt, wird 1844 veröffentlicht.

Im September 1846 ist Annette von Droste-Hülshoff körperlich sehr geschwächt. Sie zieht von Rüschhaus nach Meersburg, wo sie bis zu ihrem Tod zwei Jahre später lebt. Nach einer schweren Lungenerkrankung verstirbt sie im Alter von nur 51 Jahren am 24. Mai 1848 und wird zwei Tage später auf dem Meersburger Friedhof beerdigt. Ihr Werk wird dreißig Jahre später von Schücking herausgegeben. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.