Exil

Sprache und Kultur als Hindernisse

Das Exilleben stellt besondere sprachliche Herausforderungen an die Familie. In der Schweiz hält sich Anna unter Menschen auf, die Schweizerdeutsch sprechen. Den Dialekt, der als kleine Hürde betrachtet werden kann, eignet sie sich sehr schnell an und kann gut mit ihrem Umfeld kommunizieren. In Frankreich sieht sie sich zunächst mit einer ausgeprägten Sprachbarriere konfrontiert. Ihre geringen Französischkenntnisse reichen nicht aus, um sich auszudrücken oder am schulischen Leben teilzunehmen. Das frustriert sie und veranlasst sie beinahe zum Aufgeben. Durch die Ermutigung ihrer Mutter schafft sie es aber, weiter an ihren sprachlichen Kenntnissen zu arbeiten. 

Nach einem Jahr in Paris spricht Anna schon Französisch plötzlich wie „von allein“. Sie denkt nicht mehr darüber nach, sodass sie in ihrem Urlaub in der Schweiz sogar versehentlich auf Französisch antwortet. Auch Max schafft es, sich an seine neue Umgebung anzupassen. Er ist so sehr darum bemüht, sich einzufügen, dass er in Paris so hervorragende schulische Leistungen erbringt, wie er sie in der Heimat Deutschland nie erbracht hat. 

In England angekommen, stehen die Kinder wieder vor einer neuen sprachlichen Herausforderung, denn sie verstehen kein Englisch. Diesmal ist Anna aber zuversichtlicher: „Nach ein paar Monaten werden wir es können“ (S. 237), sagt Anna zu ihrem Bruder Max, als er fragt, ob sie denn etwas von der Sprache verstehe. Anna weiß nun, dass sie dazu in der Lage ist, sich eine neue Sprache anzueignen und mit der Situation umzugehen. 

Das Exildasein verursacht aber auch noch ganz andere Probleme. Die Kultur in den verschiedenen Ländern führt immer wieder zu Eingewöhnungsschwierigkeiten, die vor allem die Kinder gut bewältigen können. In der Schweiz schafft Anna es zum Beispiel, die kulturellen Grenzen durch das Spielen zu überwinden. So ignoriert sie die Tatsache, dass die Jungen und Mädchen getrennt voneinander spielen, indem sie e...

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