Anderssein und Flucht

Jude und politischer Gegner

Anderssein und Flucht stellen die zentralen Themen im Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ dar. Anna und ihre Familie fühlen sich am Anfang des Romans als normale Bürger Deutschlands, doch kurz danach, und zwar am 5. März 1933, wählen die Deutschen einen neuen Reichstag, wobei Hitlers Partei, die NSDAP 44 Prozent der Stimmen erhält. Noch vor der ersten Sitzung des neu gewählten Reichstags werden die Mandate der Kommunistischen Partei annulliert. Dieser Schritt bringt der NSDAP die absolute Mehrheit: Die Politik der Nazis zielt von Anfang an auf die rasche Ausgrenzung der Juden und der politischen Gegner aus allen Gesellschafts- und Lebensbereichen im Deutschen Reich ab. 

Der Vater der Autorin Judith Kerr ist, so wie Annas Vater in der Erzählung, Jude und ein Gegner der Nazis. Beide werden in gleicher Weise verfolgt und nach ihnen gefahndet. Annas Familie weiß nun, dass sie in Deutschland unerwünscht ist: „Jemand sagte: »...Sie (Die NSDAP) haben also die Mehrheit...« Dann verstummte die Stimme und eine andere (oder war es dieselbe Stimme?) sagte: »...Genug Stimmen, um zu tun, was er (Hitler) will...« Schließlich hörte sie unverkennbar Max in ganz unglücklichem Ton erklären: Schließlich hörte sie (Anna) unverkennbar Max in ganz unglücklichem Ton erklären: »Wir gehen also nicht nach Deutschland zurück... wir gehen also nicht nach Deutschland zurück... wir gehen also nicht nach Deutschland zurück...«“ (S. 51).

Schon Ende März 1933 beginnen die Nazis unter großem Propagandaaufwand die Vorbereitung auf eine Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Anwaltskanzleien. Die Juden werden von den Nationalsozialisten als Menschen zweiter Klasse behandelt. Viele der circa 500.000 Juden in Deutschland, wie...

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