Entstehung und autobiografische Bezüge

Die Literatur, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Flüchtlingen geschrieben wurde, enthält oft autobiografische Züge, mit denen die Autoren ihre eigenen einschneidenden und oft traumatischen Erlebnisse thematisieren. Motive, wie Holocaust, Vertreibung, Judenverfolgung oder Heimatverlust und Integration, werden in dieser Literatur behandelt. Oft lassen die Schriftsteller aus der Ich-Perspektive ihre Hauptfiguren über ihre Erfahrungen berichten. 

Judith Kerrs Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, der 1971 auf Englisch erscheint und zwei Jahre später ins Deutsche übersetzt wird, ist als Jugendroman konzipiert. Er berichtet in kindgerechter Art und Weise von der Flucht einer jüdischen Familie vor den Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933. Die Hauptfigur, die neunjährige Anna, muss plötzlich mit ihren Eltern und ihrem drei Jahre älteren Bruder Max Berlin deshalb verlassen, weil ihr Vater, ein angesehener Journalist und Schriftsteller, von den Nazis bedroht wird. 

Fast das gleiche Schicksal erlebt die Autorin Judith Kerr als Kind. Sie ist die Tochter des jüdischen Theaterkritikers Alfred Kerr und der Pianistin und Komponistin Julia Kerr. Als Gegner der Nationalsozialisten muss ihr Vater 1933 aus Deutschland flüchten, weil er von ihnen bedroht wird. In einem Interview mit dem Spiegel erzählt die Autorin: „Mein Vater floh nach Prag, das war glaube ich am Tag der Reichstagswahlen, der 5. März 1933. Jemand von der Polizei rief ihn an und hat ihn gewarnt, man plane dort, ihm demnächst seinen Pass wegzunehmen. Es gab da ja schon eine Menge Nazis bei der Polizei. Mein Vater hatte die Grippe, aber nach dem Telefonat ist er sofort aufgestanden, meine Mutter hat ihm einen kleinen Koffer gepackt, und er ist sofort über die Grenze nach Prag geflüchtet.“ Quelle...

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