Alfred Lichtenstein

Der 1889 geborene Alfred Lichtenstein wächst als Sohn eines jüdischen Unternehmens in gutbürgerlichen Verhältnissen in Berlin auf. Er studiert Rechtswissenschaften in Berlin und Erlangen und promoviert im Jahr 1913. Als Soldat in einem bayrischen Infanterieregiment wird er in den Krieg eingezogen und fällt schon kurz nach Kriegsbeginn im Jahr 1914 an der Westfront. Lichtenstein wird nur 25 Jahre alt.

Bereits während seines Studiums verfasst Lichtenstein Gedichte, die seit 1910 in den bekannten expressionistischen Zeitschriften „Sturm“ und „Die Aktion“ veröffentlicht werden. Die Publikation eines Gedichtbandes erfolgt erst posthum im Jahr 1919.

Lichtensteins Gedichte sind Ausdruck einer stark empfundenen Verzweiflung und Not im Angesicht einer als menschenunwürdig wahrgenommenen Welt. Die Erfahrungen des Leides und die Schrecken des sich ankündigenden Kriegs finden ihren Ausdruck in den Visionen des möglichen Todes. Daneben behandelt er in seinen Gedichten auch das Thema der Großstadt und des städtischen Lebens.

Lichtensteins Gedichte wirken oft grotesk, da er scheinbar nicht zusammenpassende Worte miteinander verbindet und damit den gewichtigen Sprachbildern und Begriffen des Schrecklichen etwas Triviales hinzufügt.