Reinhold

Der tätowierte Zuhälter

Biberkopf lernt Reinhold in einer Kneipe in der Prenzlauer Straße kennen. Er ist circa 175 cm groß (S. 421), schlank, trägt einen Soldatenmantel und hat ein langes, hohes und gelbliches Gesicht. Er hat eine kurze und stumpfe Nase, schwarze (S. 380) hochstehende Haare. Obwohl Reinhold erst Anfang Dreißig ist, hat er auffällige Querfalten im Gesicht, die von der Nase zum Mund verlaufen. Er hat traurige helle Augen.

Reinhold raucht Pfeife (S. 196). Am Anfang glaubt er, keinen Alkohol zu vertragen, deshalb trinkt er immer Kaffee und Zitronenlimonade. Er braucht immer lange, bis er etwas sagt, weil er stottert (S. 197). Er hat viele Narben an der Hand und auf seiner Brust ist ein Amboss mit einem Lorbeerkranz herum eintätowiert (S. 388). Beim Gehen zieht er die Beine hinter sich her, sodass es aussieht, als würden seine Füße, die in alten gelben Stiefeln stecken, hängen bleiben.

Reinhold war ehemals politischer Aktivist, der eine Gasanstalt in die Luft gesprengt hat. Bei der Polizei ist er als Zuhälter bekannt (S. 416), ist aber nicht vorbestraft.

Der Weiberfreund

Reinhold hat einen großen Drang danach, mit wechselnden Frauen zusammen zu sein. Seine besondere Wirkung auf die Frauenwelt können weder er sich, noch die Frauen sich selbst wirklich erklären: „Die Weiber, frag sie mal, die staunen ooch, wenn ich mit eenmal wie ein Stier gaffe und nich von der Pelle gehe“ (S. 205). Er kann noch nicht einmal eindeutig benennen, was ihn an Frauen besonders anzieht.

Cilly erklärt Biberkopf, dass Reinhold auf der einen Seite sehr kontinuierlich seine Annäherungsversuche durchzieht, bis er Erfolg hat, auf der anderen Seite aufgrund seiner kriminellen Machenschaften sehr vermögend ist und gut tanzen kann (S. 206-207). Außerdem verfallen ihm die Frauen dann, wenn er seine feinen Anzüge trägt (S. 245). Auch Mieze findet, dass er „nicht schlecht“ (S. 364) aussieht und lässt ihn sich ihr annähern, obwohl sie Angst vor ihm hat und weiß, dass er einen schlechten Charakter hat.

Reinhold verspürt das starke Bedürfnis, seine Freundinnen nach etwa einem Monat zu wechseln. Um seine Promiskuität ausleben zu können, trifft er mit Biberkopf eine Vereinbarung und gibt seien Freundinnen nach Ablauf des Monats an Biberkopf weiter. Die Frauen werden unter falschen Vorwänden zu Biberkopf geschickt und mithilfe von genau mit Reinhold abgesprochenen Abläufen so wütend gemacht, dass sie nicht mehr zu ihm zurückwollen (z.B. S. 198-199). Biberkopf erhält für seine Mitwirkung Stiefel oder einen Pelzkragen (S. 198, 201).

Innerlich amüsiert Biberkopf sich über Reinhold und die Frauen und bezeichnet die materiellen Dinge, die ihm die betrogenen Frauen noch selbst überbringen, als „Judaslohn“ (S. 198). Dennoch unterstützt er Reinhold anfangs in seinen frauenverachtenden Verhalten und nimmt an der Erniedrigung bewusst teil, indem er beispielsweise Fränze jeden Morgen die Stiefel putzen lässt, die er als Lohn für die Übernahme bekommen hat. Dies führt bei ihm jeden Morgen zu einem „Lachkonzert“ (S. 199).

Schlechtes Gewissen und Betrugsenthüllung

Doch Reinhold scheint bezüglich seines Verhaltens gegenüber Frauen ein schlechtes Gewissen zu verspüren und besucht mit Biberkopf ein Treffen d...

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